Der Hospizverein Kronach traf sich zur Jahresversammlung. Auch während der Corona-Pandemie begleiten die engagierten Hospizhelfer Sterbende und deren Angehörige in der letzten Phase des Lebens.

Die Corona-Pandemie hat auch beim Hospizverein Kronach Spuren hinterlassen. „Für die Hospizarbeit war es ein großer, schwieriger Einschnitt, als wir im ersten Lockdown von jetzt auf gleich nicht mehr begleiten durften“, bedauerte Zweite Vorsitzende Anja Männl. Die Pandemie habe es erfordert, neue, digitale Wege zu gehen und dabei Begleiter-Gespräche per Zoom abzuhalten. „So verlockend der virtuelle Weg auch ist, wir leben und sterben analog“, sagte sie – in der Zufriedenheit, sich nun wieder persönlich treffen zu können. Gerade in Pandemie-Zeiten sei die medizinische und fachliche Expertise des Vorsitzenden Dr. Peter Witton enorm wertvoll, der jederzeit ansprechbar und erreichbar sei.

„Wer hätte vorher gedacht, dass ein so kleines Virus so große Folgen hat“, schloss sich der Vorsitzende an. Trotz erschwerter Bedingungen habe der Verein während der langen Zeit der Lockdowns weiterhin schwerkranke Menschen und Angehörige begleiten können, wenngleich auch eingeschränkt und teils in anderer Form. Sein Dank galt den ehrenamtlichen Hospizbegleitern ebenso wie der Koordinatorin Annette Hümmer und dem neuen Koordinator Christian Kaufmann. Dieser trat im Januar die Nachfolge von Brigitte Raabgrund an, die nun als Palliativschwester im Hospiz Saalfeld arbeitet. Die Vereinsmitglieder, deren Zahl mittlerweile auf 221 Personen angestiegen sei, hätten – jeder in seinem Bereich – dazu beigetragen, das Schiff Hospizverein über die Klippen und durch die Untiefen der letzten beiden Jahre zu steuern.

Zahlen und die Neuwahl

Pausieren mussten die Trauergruppe „Brücke“ und die Kindertrauergruppe „Horizont“, wie deren Leiterin Iris Zinkand bedauerte. Die Trauergruppe wurde einmal monatlich im virtuellen Raum angeboten, was gut angenommen worden sei, allerdings für manch Ältere ein Problem dargestellt habe. Mit den Kindern sei man regelmäßig telefonisch in Kontakt geblieben. Auch Trauereinzelgespräche erfolgten, wie die Versammlung erfuhr, während der Lockdowns telefonisch. Erfreulicherweise sind wieder Gruppenangebote möglich.

2020 gab es, so Hospizkoordinatorin Annette Hümmer, 35 Anfragen. Hieraus entstanden 24 Begleitungen, davon 16 im stationären sowie acht im häuslichen Bereich. Begleitet wurden 17 Frauen und sieben Männer zwischen 60 und 98 Jahren. Zur Verfügung standen 48 Hospizbegleiter.

Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender bleibt Dr. Peter Witton, Zweite Vorsitzende ist Anja Männl, Schatzmeister Frank Schuberth, Schriftführerin (Öffentlichkeitsarbeit) Angelika Eck (neu), Beisitzer: Iris Zinkand, Elke Fischer, Bettina Förner, Kassenprüferinnen: Dr. Irmgard Preißinger, Verena Täuber.

Nicht mehr zur Wahl stellten sich der Beisitzer Norbert Schülein sowie Schriftführerin Ingrid Steinhäußer. Verabschiedet wurden auch Resi Jakob, die die Leitung des Gesprächskreises beendete, und der Hospizbegleiter Wolfgang Eckert-Hetzel. hs