Vom Kommunalbüro für ärztliche Versorgung im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bekam Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann ( SPD ) jetzt die Mitteilung, dass der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Bayern für den für die Lucas-Cranach-Stadt relevanten hausärztlichen Planungsbereich Kronach Süd eine drohende Unterversorgung festgestellt hat.

Zweimal jährlich prüft der Landesausschuss die Versorgungssituation in Bayern und stellt dabei unter anderem Versorgungsdefizite fest. Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte Kronachs Bürgermeisterin in einem Schreiben an die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) auf die drohende hausärztliche Unterversorgung in Stadt und Landkreis Kronach aufmerksam gemacht und darum gebeten, die Situation der hausärztlichen Versorgung vor Ort genauer zu untersuchen. Im Nachgang hatte die Bürgermeisterin auch das Kommunalbüro um Unterstützung gebeten.

„Mit dem Thema Gesundheitsversorgung sind wir schon lange konfrontiert“, erläutert Bürgermeisterin Angela Hofmann. „Gerade für den ländlichen Raum ist die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung eine große Herausforderung. Es haben mich zahlreiche Stimmen besorgter Kronacher Bürgerinnen und Bürger, aber auch vonseiten der Apotheken erreicht, die auf die unzureichende Versorgungslage aufmerksam machen.“

Die Einstufung als drohend unterversorgtes Gebiet eröffnet ansiedlungswilligen Hausärzten nun die Möglichkeit, ein eigens dazu aufgelegtes Förderprogramm der Kassenärztlichen Vereinigung in Anspruch zu nehmen. Über dieses können beispielsweise Zuschüsse zur Niederlassung bzw. Praxisnachbesetzung, zur Errichtung einer Zweigpraxis, zur Anstellung eines Hausarztes und für die dazu notwendigen Investitionskosten, zur Beschäftigung einer Assistentin oder zur Fortführung einer Praxis über das 63. Lebensjahr hinaus beantragt werden.

„Landarztprämie“

Zusätzlich kann die „Landarztprämie“ des Freistaates Bayern beantragt werden. Im Falle einer „vollen“ Niederlassung können so neben den 60 000 Euro durch die KVB-Förderung weitere 20 000 Euro beantragt werden, so dass sich ein Gesamtzuschuss von bis zu 80 000 Euro ergibt.

Die Stadtverwaltung hilft anfragenden Ärzten bei der Suche nach geeigneten Gewerbeflächen weiter. red