Nach 40-jähriger Arbeit für die Diakonie Kronach-Ludwigsstadt/Michelau wurde Burgunde Brauer, Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit (KASA) und Projektleitung der „Suppenküche“ Kronach , in den Ruhestand verabschiedet. In einer Abschiedsfeier im „Haus der Diakonie “ wurden ihre Verdienste gewürdigt.

„Ich stelle heute keine Maschine ab. Ich habe mit Menschen gearbeitet, die mir Vertrauen entgegenbrachten; habe sie oft wegweisend in schwieriger Lebenssituation begleitet“, erklärte Brauer im Beisein zahlreicher Weggefährten und Kooperationspartner.

1980 hatte sie sich bei der Diakonie als Pädagogin für den Fachbereich Jugendarbeitslosigkeit beworben. Nie habe sie in all den Jahren ihre Ziele aus den Augen verloren. „Ich bin immer gerne für die Schwachen der Gesellschaft eingetreten und habe mich nach Kräften bemüht, ihre Situation durch Beratung und praktische Hilfen zu verbessern. Dazu zählen die Suppenküche und der Treffpunkt ,Kaffee Sorgenfrei’ mit seinen fleißigen Helferinnen. Meine Arbeit hat mich immer mit Leidenschaft erfüllt“, bekundete sie.

Aus kleinsten Anfängen heraus schuf man in den Jugendwerkstätten Küps und Coburg Möglichkeiten für arbeitslose Jugendliche. Nachdem diese Aufgabe nach dem Rückgang der Jugendarbeitslosenzahlen ein Ende gefunden hatte, übernahm sie 2015 das Aufgabengebiet der KASA mit Suppenküche, Wärmestube und „Kaffee Sorgenfrei“. Ihr Dank galt hier Marina Warstat und Jana Görl für ihre Arbeit.

Seit Kurzem befinden sich die Suppenküche und das „Kaffee Sorgenfrei“ in den neuen Räumen in der Rodacher Straße 15. „Suppenküche to go“ wurde als zusätzliches Angebot beibehalten. „Wir bieten – wie bisher – gesundes, frisches Essen an, das sich die Gäste niemals selbst leisten könnten“, so die Sozialpädagogin ; seien doch für einen Hartz-IV-Empfänger nur 5,16 Euro am Tag für Lebensmittel vorgesehen. „Ich bitte Sie aus tiefsten Herzen, diese Menschen zu unterstützen, ihnen gesunde Nahrung zu ermöglichen“, appellierte sie.

Dank an die Wegbegleiter

Ihr Dank galt allen Wegbegleitern, vor allem den Geschäftsleiterinnen Karin Pfadenhauer und Sabine Lesch. Diese hätten ihre SOS-Nachrichten stets hilfreich unterstützt. Beeindruckt zeigte sie sich auch von der Zusammenarbeit mit dem Jobcenter , dem Landratsamt und der Stadt Kronach – wie auch von der Unterstützung der Sponsoren wie „1000 Herzen für Kronach “ und der Koinor-Stiftung.

Karin Pfadenhauer vom Vorstand der Diakonie Kronach-Ludwigsstadt/Michelau würdigte Brauers Verdienste. Seit ihrem Dienstantritt habe diese über 40 Jahre lang die Geschichte der Diakonie mitgeschrieben. Auch Jochen Wich-Herrlein vom Jobcenter Kronach fiel der Abschied schwer. „Ewig dankbar“ sei er ihr dafür, dass sie die Arbeitskräfte in der Corona-Zeit in der „Suppenküche to go“ weiterbeschäftigt habe. Dankesworte für das Dekanat übermittelte Dekan Markus Müller.

Nachfolgerin von Brauer wird Stefanie Renner, die seit 2001 in Diensten der Diakonie steht. Die 43-jährige Mutter zweier Kinder arbeitete elf Jahre in der Jugendwerkstatt Coburg, bevor sie nach Michelau wechselte. Nach neun Jahren der Auf- und Ausbauarbeit der von ihr geleiteten Tafel in Lichtenfels wechselt sie nun in die KASA nach Kronach . Die Projektleitung in Lichtenfels übernimmt Joanna Blößl, die am 1. Juli dieses Jahres ihren Dienst antrat. Blößl hat zugleich die Vertretung für Stefanie Renner in Kronach inne.

Neue Räumlichkeiten

Nach dem Festakt bot sich die Gelegenheit, die fast fertiggestellten Räumlichkeiten der KASA und Suppenküche im neuen „Haus der Diakonie “ zu besichtigen. Unter einem Dach finden sich hier in der Rodacher Straße 15 alle Kronacher Beratungsstellen der Diakonie . Die Migrations- und Flüchtlingsberatung, die KASA inklusive Suppenküche sowie der Betreuungs- und Vormundschaftsverein sind damit alle auf kurzem Weg gut vernetzt. Die Beratungsstellen sind über den Eingang auf der linken Seite des Gebäudes im 1. Obergeschoss erreichbar. Die Tagespflege befindet sich nach wie vor im Erdgeschoss.