Ein Trauerkranz mit gelben Blumen und blauer Trauerschleife , dahinter 96 flackernde rote Lichter vor dem Altarbereich der Stadtpfarrkirche St. Johannes : Es war eine innig-bewegende Gedenkfeier für die 96 an oder mit Covid 19 verstorbenen Menschen in unserem Landkreis, zu der am Samstagabend insbesondere alle Betroffenen der Pandemie eingeladen waren.

„Ich halte es für sehr wichtig, dass wir innehalten, um gemeinsam in Würde Abschied zu nehmen von den Verstorbenen in der Zeit der Pandemie “, verinnerlichte Landrat Klaus Löffler in seiner Gedenkansprache.

Die Pandemie-Betroffenheit und Trauer um Opfer mögen zwar individuell verschieden sein. Gleichwohl denke er, dass seine persönlichen Erfahrungen so ähnlich von anderen durchlebt worden seien. Einerseits sei da das stete Bemühen gewesen, nicht nur die immer wieder wechselnden Infektionsschutz-Maßnahmen abzuwägen und umzusetzen, sondern auch alles Menschenmögliche zu tun, um der Bevölkerung Halt und Perspektive zu vermitteln. „Und da war andererseits die Erfahrung des todbringenden Corona-Virus in der eigenen Familie“, meinte der Landrat mit brüchiger Stimme, als er von der Ansteckung seines Vaters berichtete: Tage des Hoffens und Bangens und schließlich der Gewissheit, dass er es nicht mehr schaffen werde. „Keinen Abschied nehmen zu können von einem geliebten Menschen, ihn auf seinem letzten Wegabschnitt nicht begleiten zu können - das waren furchtbare Erlebnisse.“

Großer Dank an Ärzte und Pfleger

In das Gedenken an alle, die die Krise besonders hart getroffen hat, schloss Klaus Löffler dann auch alle mit ein: Die Menschen, die an den Spätfolgen leiden; die seelisch krank wurden; die Gewalt erlitten; die in wirtschaftliche Not gerieten; die Kinder, die auf Schule und Freunde verzichten mussten und alle jungen Menschen, die in ihrem Start ins Leben ausgebremst wurden. Man denke aber auch voller Dankbarkeit an die Ärzte und Pfleger, die in den zurückliegenden Monaten Tag und Nacht um jedes Leben gekämpft hätten; in Krankenhäusern , Pflegeheimen, in der Seelsorge und Hospizen bis zuletzt für Sterbende da seien sowie an alle anderen, die sich im Kampf gegen die Pandemie und Abmilderung ihrer Folgen ehrenamtlich oder beruflich engagierten.

„Du hast uns mit deiner ehrenden und persönlichen Gedenkrede aus dem Herzen gesprochen“, meinte Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber, der die ökumenische Gedenkstunde gemeinsam mit Dekanin Ulrike Schorn sowie Dekan Markus Müller leitete. In den Fürbitten eingeschlossen waren auch die Opfer der Flutkatastrophe .

Mit dem „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi sorgte die Berufsfachschule für Musik Oberfranken für die ergreifende musikalische Umrahmung. hs