Veronika Schadeck

Am Mittwoch verstarb der Steinbacher Altbürgermeister Edwin Trebes im Alter von 92 Jahren. Von 1971 bis zum Jahre 1990 war er Bürgermeister . Eine Zeit, die von vielen Veränderungen geprägt war. Wenn der Altbürgermeister aus seinem Leben erzählte, merkte man, er war mit sich im Reinen. Er war dem Schicksal dankbar, beispielsweise dafür, dass er bis ins hohe Alter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen konnte oder dass er von einem Soldatenleben im Zweiten Weltkrieg verschont worden war. Und so sagte er einmal: „Ich würde in meinem Leben alles wieder genauso machen!“

Als Trebes 1971, außerhalb der regulären Kommunalwahlen , die Nachfolge seines Vorgängers Georg Weber antrat, war Steinbach noch eine selbstständige Gemeinde. Es gab kein Freizeitzentrum und auch keine Kanalisation im Ort, wo heute das Wohngebiet Lehen steht, war Wald. 1974 folgte die Eingemeindung der Kehlbacher, vier Jahre später kamen die Gemeinden Buchbach, Hirschfeld und Windheim hinzu.

Während seiner Zeit als Bürgermeister – er war erst für die CSU , dann als parteiloser Kandidat angetreten – wurden unter anderem die Klärwerke in Steinbach und Hirschfeld/Aumühle gebaut. Es entstanden die Kanalisation , die Kulturhalle in Kehlbach, Bebauungsgebiete wie der „Lehen“ in Steinbach/Ortsteil Bahnhof wurden erschlossen. Auch das Freizeitzentrum trägt seinen Stempel. Stolz war Trebes auch, dass der Freizeitsee in Windheim verwirklicht werden konnte.

Für ihn sei das Amt des Bürgermeisters ein schöner Job gewesen, zog er bei einem Gespräch Resümee. Er habe gestalten und die Gemeinde nach vorne bringen können. Insgesamt fünf Wahlen konnte Trebes für sich entscheiden. Das lag unter anderem daran, dass er die Anliegen der Bürger ernst nahm. Und er blieb bescheiden.

Wichtige Weichenstellungen

Die Weiterentwicklung der Großgemeinde Steinbach unter der Federführung seiner Nachfolger Gerhard Neubauer, Klaus Löffler und Thomas Löffler verfolgte er mit Wohlwollen. Beeindruckend war für ihn aber auch die Entwicklung seines einstigen Arbeitgebers , Wiegand-Glas .

Bürgermeister Thomas Löffler äußerte sich sehr dankbar für das, was Trebes für die Gemeinde geleistet hat. Dieser habe vor allem in den Bereichen Wirtschaft, Soziales, Infrastruktur und Tourismus sowie im Aufbau einer leistungsfähigen Verwaltung viele wichtige Weichenstellungen vorgenommen. Besonders denke er dabei an das Freizeit- und Tourismuszentrum , dass er in den 70er Jahren auf den Weg brachte und das heute in neuem Glanz erstrahlt.

Geboren wurde Trebes am 14. Juli 1928 in Hirschfeld. Nach dem Besuch der Volksschule in Steinbach am Wald begann er im April 1942 eine kaufmännische Lehre in der Firma Schieferwerke Ausdauer AG in Probstzella. Im Oktober 1945 legte er vor der Gauwirtschaftskammer Thüringen in Saalfeld die Kaufmannsgehilfenprüfung ab. Im September 1945 begann er bei Wiegand-Glas als Halbautomaten-Glasmacher. 1953 wurde er als kaufmännischer Angestellter übernommen.

Zum Altbürgermeister wurde er im Jahre 1993 ernannt. Im Jahre 1980 wurde er mit der Ehrenmedaille von Oberfranken, elf Jahre später mit der kommunalen Verdienstmedaille ausgezeichnet. Edwin Trebes hinterlässt seine Ehefrau Regine, mit der er über 60 Jahre lang verheiratet war, die zwei Töchter Ute und Jutta, zwei Enkeltöchter und eine Urenkelin.