Zum Start in die Sommerferien und zum Ende des Berufsausbildungsjahres erhöhte sich die Arbeitslosigkeit wieder leicht, nachdem sie sich bis einschließlich Juli verringert hatte. In diesem Jahr fiel der Anstieg jedoch deutlich geringer aus als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Landkreis Kronach seit Ende Juli um neun Personen oder 0,7 Prozent. Im August waren im Landkreis 1239 Menschen arbeitslos registriert, 369 bzw. 22,9 Prozent weniger als im letzten Jahr und 7,1 Prozent weniger (-95) als vor zwei Jahren. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren wuchs im August um 15 auf 166. Im August melden sich verstärkt junge Menschen nach dem Ausbildungsende arbeitslos , da nicht immer ein nahtloser Übergang in eine Beschäftigung aufgrund der Ferienzeit möglich war. Aktuell sind es 89 Jugendliche oder 34,9 Prozent weniger als im letzten Jahr und genauso viele wie vor der Corona-Krise in 2019. Die Arbeitslosenquote zählt wie im Juli 3,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 4,2 Prozent (3,5 Prozent in 2019).

Aus dem Landkreis Kronach gingen beim Arbeitgeberservice in den letzten vier Wo-chen 179 versicherungspflichtige Stellenangebote ein, 58,4 Prozent (+66) mehr als im letzten Jahr. Im Bestand betreuen die Vermittlungsexperten aktuell 818 Beschäftigungschancen, 230 bzw. 39,1 Prozent mehr als in 2020. Das ist der Höchststand seit Oktober 2018. Damals waren 845 Stellen im Bestand. Rein statistisch kommen auf 100 gemeldete Stellen gerade mal 151 potenzielle arbeitslose Bewerber.

Rekord-Hoch am Stellenmarkt

Boris Flemming, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, ist trotz der nahenden vierten Corona-Welle weiter optimistisch: „Der August bescherte uns einen sehr geringen saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit . Die übergangsweise Erhöhung der Jugendarbeitslosigkeit nach dem Schul- oder Ausbildungsende wurde von der weiterhin hohen Einstellbereitschaft der Betriebe größtenteils überlagert. Noch nie seit der Gründung der BRD im Jahre 1949 hatten wir so viele Stellenangebote im Bestand. Auf 100 Jobofferten kommen gerade mal 136 bei uns gemeldete potenzielle Bewerber. Gastronomie und Tourismus florieren derzeit. Während teilweise die Gäste zu viel werden, wird das Personal zu knapp.“

Manche Arbeitgeber bekämen gar keine Bewerbungen mehr, so Flemming. Bei anderen überschlügen sich die Interessenten, da die Attraktivität ihrer Arbeitsbedingungen sich jetzt bezahlt macht. Schwächere, motivierte Bewerber bekämen zunehmend Chancen. Mit Einarbeitungszuschüssen könne der Arbeitgeberservice hier den Betrieb unterstützen. Flemming: „Eine langfristige Zukunftsprognose kann kaum einer geben. Die aktuell gute Auftragslage erlaubt eine feste Planung auf zwei bis drei Monate. Für die kommenden Monate ist entscheidend, wie sich die bisher positiven Impffortschritte weiterentwickeln und somit weitere gravierende Einschränkungen der Wirtschaft vermieden werden können.“ red