Der Stadtwald hat in Wallenfels einen hohen Stellenwert. Wie der derzeitige Bestand ist und was in Zukunft getan werden soll, darüber informierte sich auf Einladung des Bürgermeisters Jens Korn ( CSU ) der Stadtrat bei einer Ortsbesichtigung.

Wie Jens Korn im Beisein nur weniger Stadträte sagte, solle man dabei nicht nur den wirtschaftlichen Aspekt in den Vordergrund stellen. Fachlich wurde die Gruppe zur „Hohen Gretel“ und zum „Silberberg“ von der Kommunalwaldbetreuerin Katharina Flügel vom Amt für Landwirtschaft und Forsten begleitet. Diese ging zunächst auf die gute Ausgangslage ein. Drei größere zusammenhängende Gebiete mit knapp 100 Hektar sind im Eigentum der Stadt . Um dies zu erreichen, habe man in den vergangenen Jahren auch Grundstücke getauscht, gekauft und verkauft. Der Stadtwald sei vollständig erschlossen, sowohl Rückegassen als auch die Waldwege ermöglichen eine uneingeschränkte Ernte und Abfuhr der Hölzer. Ein Großteil der Flächen liege jedoch am Hang und sei bei der Bewirtschaftung immer wieder eine Herausforderung.

Die Wälder seien in hohem Maße mit Waldfunktionen belegt. Die überwiegende Mehrheit der Waldflächen habe eine besondere Bedeutung für das Landschaftsbild, sie sind im Forstbetriebsgutachten als Erholungswald in der Intensitätsstufe I und II eingestuft. In kleinerem Umfang sind örtliche Bodenschutzwälder ausgewiesen. Die weitgehend als befriedigend einzustufende Funktionstauglichkeit sollte dazu animieren, den Umbau der Bestände in klimatolerante, stabile Wälder weiter voranzutreiben. Der Einschlag im Stadtwald war in den letzten Jahren von Kalamitäten getrieben. Ältere, damals vom Sturm getroffene Stellen sind zwischenzeitlich wieder bestockt und bedürfen einer dringenden Pflege. Bei angrenzenden Altbeständen muss man allerdings präzise planen, um die Gefahr von Wind- und Käferschäden zu minimieren.

Der Vorarbeiter des Bauhofs Ralf Stöcker meinte, dass es an bestimmten Stellen einen gewissen Nachholbedarf an Pflegearbeiten gibt. Diese seien seitens des Bauhofs aber derzeit nicht zu leisten, Selbstwerber seien in der jetzigen Zeit nicht zu finden. Katharina Flügel vertrat die Meinung, man sollte gerade im Distrikt bei der „Hohen Gretel“ mit Erschließungslinien in Abständen von 30 bis 40 Metern beginnen, bis zum nächsten Eingriff hätte man dann noch einige Jahre Zeit. In einigen Bereichen gelte es auch die Naturverjüngung zu schützen, hier könnte eine Förderung in Anspruch genommen werden. Einige Bestände bieten auch die Möglichkeit, die tiefer wurzelnde Tanne nachzusetzen. Der Wilddruck sei aufgrund der engen Verzahnung von land- und forstwirtschaftlichen Kulturen enorm. Neben einer intensiven Bejagung sei auch ein Zaun- oder Einzelschutz erforderlich.

Am Silberberg, einem beliebten Ausflugsziel, hat man schon knapp zwei Hektar aus der Bewirtschaftung genommen. Bürgermeister Jens Korn meinte, dass man überlegen sollte, im dort angrenzenden Bereich weitere Flächen sich selbst zu überlassen. Die Bewirtschaftung sei aufgrund der extremen Hanglage auch nicht unproblematisch. Waldbewirtschaftung heiße nicht, nur auf Gewinn aus zu sein, vielmehr müsse die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen. „Wir können nicht nur von den anderen fordern und uns selbst drücken“, so Korn zum weiteren Vorgehen im Stadtwald.

Kämmerer Thorsten Grundei sagte, dass sich der Stadtwald in den vergangenen Jahren immer selbst getragen hat. Im Haushalt werde immer ein Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben vorgesehen, am Ende bleibt aber immer was übrig.

Zusammenfassend meinte der Bürgermeister , dass man in der Vergangenheit mit Kämmerer Josef Holzmann auch einen ausgezeichneten Waldfachmann hatte, der den Stadtwald mit viel Leidenschaft gut gepflegt habe. Wallenfels gehöre mit über 80 Prozent Waldanteil zu den Top fünf in Bayern. Mit dem Amt für ländliche Entwicklung und dem Bauhofvorarbeiter, einem gelernten Forstwirt, habe man gute fachliche Beratungen vor Ort.