Kronach  — In der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses der Stadt Kronach am Montag im Rathaus befasste sich das Gremium ausführlich mit den Friedhöfen, die in gemeindlicher Verwaltung sind. Christina Herr informierte mit einer gut ausgearbeiteten Präsentation über die in den einzelnen Friedhöfen derzeit bestehenden Bestattungsarten . Die Stadt Kronach ist für den Unterhalt und den Betrieb von sechs gemeindlichen Friedhöfen, in Kronach , Gehülz, Glosberg , Fischbach, Friesen und Neuses, zuständig.

Bürgermeisterin Angela Hofmann ( CSU ) führte an, dass in allen Stadtteilen eine Tendenz zu weiteren Bestattungsformen festzustellen sei. Diese Tendenzen führen schon seit Jahren zur Diskussion über weitere Formen von Urnen- Bestattungen . Daher hat die Friedhofsverwaltung Möglichkeiten für neue Beisetzungsarten auf den bestehenden Friedhöfen der Stadt Kronach geprüft.

Eine Schaffung neuer Friedhöfe (zum Beispiel Natur-/Waldfriedhöfe) wird für nicht notwendig erachtet, da die bestehenden Kapazitäten ausreichend sind und die beabsichtigten „neuen“ Bestattungsarten einer naturnahen Bestattung entgegenkommen. Als mögliche Alternativen für herkömmliche Urnenbeisetzungen kristallisierten sich Urnenbeisetzungen in Gemeinschaftsgrabanlagen unter Bäumen oder mit Stele oder nur als Rasenfläche heraus.

Gemeinschaftsgrabanlagen unter Bäumen

Christina Herr zeigte auf, dass Urnenbeisetzungen in Gemeinschaftsgrabanlagen unter Bäumen kurzfristig auf den Friedhöfen in Friesen und Glosberg realisierbar wären. In einer Urnen-Erdkammer ist Platz für vier Urnen. Auf allen Friedhöfen wären Urnenbeisetzungen in Gemeinschaftsgrabanlagen mit Stele möglich. Die Vorteile: platzsparend (in eine Urnenkammer passen zehn Urnen), eventuell Integration in Rasenflächen, eventuell auch eine Anordnung um Bäume herum möglich.

Was von der Verwaltung und auch der Mehrheit des Gremiums nicht erwünscht und auch nicht empfohlen wird, sind Urnenbeisetzungen in Gemeinschaftsgrabanlagen nur auf Rasenfläche, weil dazu mehr an Fläche benötigt wird als bei anderen Lösungen. Bei Urnenbeisetzungen in Gemeinschaftsgrabanlagen mit Stele werden an den Stelen Bronzeplatten mit den Namen der Verstorbenen angebracht. Diese können nach Ablauf der Ruhezeit von den Angehörigen mit nach Hause genommen werden.

Nur noch Bio-Urnen

Hervorgehoben wurde, dass bei den neuen Bestattungsarten nur noch Bio-Urnen verwendet werden sollten, da diese verrotten und nach Ende der Ruhezeit nicht mehr aus den Erdkammern oder Stelen herausgenommen werden müssen. Im Kronacher Friedhof ist für Urnenbeisetzungen in Gemeinschaftsgrabanlagen unter Bäumen eine Bestandsaufnahme notwendig, um künftig größere frei werdende Flächen zu ermitteln. So ist festzustellen, in welchen Abteilungen die Gräber noch wie lange laufen, um dann im Vorfeld einzelne Abteilungen für den Neuverkauf von Gräbern zu sperren, hier sollte dann auch in Erwägung gezogen werden, ob man eine Verlängerung von Grabstellen untersagt.

Erdbestattung wird künftig wohl teurer

Der Abteilungsleiter der Abteilung 3 der Stadt Kronach , der das Friedhofswesen zugeordnet ist, Harald Suffa-Blinzler, gab die Veränderungen und Auswirkungen auf die Friedhofsgebühren zu bedenken. Die Gebührenkalkulation im Bereich Friedhof erfolgte zuletzt 2017. Es wurde eine Änderungssatzung vom 2. Juli 2018 mit Wirkung zum 1. September 2018 erlassen. In der Regel werden diese alle vier Jahre kalkuliert. Mit Blick darauf und ebenfalls auf die Einführung neuer Bestattungsformen ist eine Neukalkulation der Gebühren erforderlich. Schon jetzt weist die Verwaltung darauf hin, dass die Friedhofsgebühren für die „klassischen“ Erdbestattungen ansteigen werden.

Harald Suffa-Blinzler wies auch auf bereits vorliegende Anträge von Stadtrat Harald Meußgeier ( AfD ) auf ein Friedwald-Konzept für Stadt und Landkreis Kronach hin, auf den schon die Verwaltung geantwortet und eine Umsetzung nicht empfohlen hat. Ebenso hat das Landratsamt von einer Umsetzung eines Naturfriedhofes abgeraten.

Die FW- Fraktion beantragte, das Thema „Entwicklung der städtischen Friedhöfe“ auf die Tagesordnung des Umwelt- und Sozialausschusses zu setzen und eine Arbeitsgruppe einzusetzen. Außerdem wies der Abteilungsleiter auf einen Hinweis des Rechnungsprüfungsausschusses hin, in dem vermerkt ist, dass der Trend in Richtung kleinerer Gräber beziehungsweise Urnenwiesengräber geht, dies sollte bei der Überplanung der Bestattungsarten berücksichtigt werden. Gegen die Stimme von Tino Vetter (FW) wurde vom Gremium dem Stadtrat empfohlen, die von der Verwaltung ausgearbeitete Vorgehensweise zu empfehlen.

Die Rathauschefin machte drauf aufmerksam, dass man sukzessive und langfristig vorgehen wird und nicht in einer Hauruck-Aktion kurzfristig die Friedhöfe neu gestalten werde. Dritter Bürgermeister Bernd Liebhardt ( CSU ) wies auf die schon seit Jahren währende Diskussion dieses Themas hin, alles habe kalkulatorische Auswirkungen auf klassische Bestattungen . Die Änderungen der Bestattungsarten gingen nur langfristig, denn sie hätten drastische Kostensteigerungen für klassische Bestattungen zur Folge. Der Vorschlag der Verwaltung, Stück für Stück vorzugehen, sei vernünftig.

Markus Oesterlein (JU) sprach sich eindeutig gegen anonyme Gräber aus. Ralf Völkl ( SPD ) erinnerte an einen Antrag der SPD- Fraktion aus dem Jahr 2015. Man habe auf die unbefriedigende Urnengräberausstattung hingewiesen Bisher seien nur in Fischbach Urnenwiesengräber entstanden. Dies in allen Stadtteilen durchzuführen, sei vordringlich. Tino Vetter bekräftigte den Antrag, die Thematik an den Sozialausschuss zur weiteren Beratung zu geben und dann dem Stadtrat vorzulegen. Die Bürgermeisterin meinte, es sind gar nicht mehr so viele Entscheidungen zu treffen, die weitere Vorgehensweise sei eine Gemeinschaftsaufgabe.

Neue Orgel für die Aussegnungshalle

Harald Suffa-Blinzler informierte über die Notwendigkeit der Anschaffung einer Orgel für die Aussegnungshalle auf dem Friedhof. Der Verwaltungsausschuss erklärte sich mit der Anschaffung einer digitalen Orgel für die Aussegnungshalle am Friedhof Kronach zum Preis von 12 000 Euro einverstanden.