In der Bürgerfragestunde vor der jüngsten Gemeinderatssitzung in der Zecherhalle wollte Josef Porzelt aus Reitsch wissen, wie und wann es mit der Dorferneuerung in Reitsch weitergeht. Seit drei Jahren werde man vertröstet und man sei mit der Geduld am Ende. Sitzungsleiter Zweiter Bürgermeister Daniel Weißerth ( CSU ), der den erkrankten Bürgermeister Rainer Detsch vertreten hat, räumte ein, dass alle unzufrieden und enttäuscht seien über den bisherigen Verlauf der Dorferneuerung in Reitsch.

Am 13. Mai ist Abgabetermin der Zuschussanträge für das neue Förderprogramm ELER. Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) fördert die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums. Auf Anraten des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE) wechselte die Gemeinde zu diesem Förderprogramm, weil die Kosten für das bis Ende vergangenen Jahres genutzte Förderprogramm überschritten waren.

Ein Baufortschritt soll her

Die Anträge für das Förderprogramm ELER erforderten erheblichen Verwaltungsaufwand, erklärte Geschäftsleiter Rainer Förtsch. Generell sei festzustellen, dass das Geld knapper wird. Nun hoffe man auf einen Förderbescheid bis Juni, um dann mit dem Abriss einer Garage die weiteren Maßnahmen beginnen zu können. Inwieweit allerdings in derzeitiger Lage dann Ausschreibungen zum Erfolg führen werden, wage er jetzt nicht zu sagen. „Die Dorferneuerung Reitsch bleibt wohl ein leidiges Thema für uns“, bedauerte Förtsch. Daniel Weißerth ermutigte aber, dass man in diesem Jahr unbedingt einen Baufortschritt sehen müsse.

Für die Bürger von Wolfersdorf meldete sich Jürgen Kreul zum möglichen Baugebiet „östlich der Bergstraße von Wolfersdorf“ zu Wort. Er nahm Bezug auf das in einer Sitzung im Dezember vergangenen Jahres vorgestellte Baukonzept für 14 Einfamilienwohnhäuser. Das Ratsgremium habe damals einstimmig der Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplanes für das circa 1,5 Hektar große Areal zugestimmt. Nun überreichte Kreul eine Liste mit über 100 Bürgerunterschriften, in der die Gemeinde Stockheim aufgefordert wird, alle Maßnahmen zur Planung und Bebauung des betreffenden Grundstücks im Gebiet „östlich der Bergstraße von Wolfersdorf“ einzustellen. Diese Bebauung sei dem kleinen Ort nicht angepasst.

Zweiter Bürgermeister Daniel Weißerth wies daraufhin, dass für die anstehende Bauleitplanung vom Gesetzgeber her die Beteiligung der Öffentlichkeit gesetzlich geregelt sei. Nach Auslegung beginnt die Bürgerbeteiligung . Die Bürger können ihre Einwendungen vorbringen. Dagegen meinte Kreul, man habe den Eindruck, die Bürger sollen überrumpelt werden. Daniel Weißerth wies dies zurück, denn die umfangreiche Präsentation des Baukonzeptes sei öffentlich gewesen, und es hätten auch Vertreter aus Wolfersdorf daran teilgenommen, Fragen stellen sowie Anregungen und ihre Meinung einbringen können.

Misstrauen gegen Investorenmodell

Jürgen Wittmann störte, dass die Gemeinde die Verantwortung für das Baugebiet und damit die Erschließung an einen Investor abtrete. Geschäftsleiter Rainer Förtsch begründete das Vorgehen, schließlich sei dies ein Kostenfaktor, und man sei froh, einen Investor zu haben, der diese nicht geringen Kosten übernehme. Jürgen Wittmann wies auf die damit verbundenen Risiken hin. Den Bürgern wäre es lieber, die Gemeinde würde zu ihrer Verantwortung stehen, bekräftigte auch Manuela Wittmann. Wenn die Gemeinde ein Baugebiet ausweise, werde sie auch Interessenten finden, ergänzte Jürgen Wittmann. „Wir sollten uns ein Beispiel an Küps nehmen, die haben alles in der Hand. “

Die Bürger von Stockheim müssen sich auf Gebührenerhöhungen für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung einstellen. Darüber wurden die Gemeinderäte in der Sitzung informiert. Kämmerin Eva Kotschenreuther teilte dies vorab nach Rücksprache mit dem Kommunalen Prüfungsverband mit. Die genauen Anpassungshöhen würden nach vorliegender endgültiger Kalkulation festgesetzt und bekanntgegeben.

Konzept für erneuerbare Energien

Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag der Verwaltung auf Erstellung eines interkommunalen Standortkonzeptes für erneuerbare Energien zusammen mit dem Markt Pressig , zu. Man werde im Haßlachtal seitens der beiden Kommunen ein Konzept erarbeiten und zum Beispiel den Bau von Freiflächen- Photovoltaikanlagen nicht Investoren überlassen. eh