Auch im Frankenwald haben die Wetterkapriolen der vergangenen Monate vielen Landwirten zu schaffen gemacht. Bereits Ende Juni hatte Starkregen heftige Schäden in der Gerste hinterlassen. Unwetter Mitte Juli führten mancherorts gar zu Totalausfällen.

Die Getreideernte erfolgt heutzutage mit Mähdreschern , die häufig samt Fahrer von einem Lohnunternehmen zur Verfügung gestellt werden. Der Zeitraum, in dem der Drusch erfolgt, wird vom Landwirt bestimmt. Der Feuchtegehalt des Getreides dient dem Landwirt dabei als Parameter.

Blick in die Geschichte

Der Landbau im Hoch- und Spät-Mittelalter war dagegen unvorstellbar mühsam. Angebaut wurden damals vor allem Roggen , Weizen , Gerste , Hafer und Dinkel. Getreide war früher auch im Frankenwald das Hauptnahrungsmittel. Missernten und Kriege konnten sich verheerend auswirken. Vor allem in den Städten verhungerten die Bürger, weil sie keine Möglichkeiten fanden, sich irgend etwas Essbares zu beschaffen.

Im Mittelalter waren die Landleute zudem viel stärker als heute von der Natur und der Witterung abhängig. Ohne technische Hilfsmittel gestalteten sich zum Beispiel die Bodenlockerung und die Ernte als überaus mühselig.

Die Lagerung von Vorräten über längere Zeit war ebenso schwierig, weil man sie nicht vor dem Verderb schützen konnte. So ließen sich Überschüsse aus guten Jahren kaum zum Ausgleich für eine schlechte Ernte im folgenden Jahr verwenden. Der überregionale Handel mit Getreide war noch wenig entwickelt, so dass der Mangel in einer Region nicht durch Einfuhren aus anderem Gebiet behoben werden konnte.

Ursache für unzureichende Ernten waren aber nicht nur die natürlichen Bedingungen. Auch Kriege und die Fehden der adeligen Herren führten immer wieder zu Verlusten in der Landwirtschaft. Solche Auseinandersetzungen trafen nämlich zuerst die Bauern. Feindliche Truppen verwüsteten die Felder, trieben das Vieh weg, plünderten die Höfe und steckten sie oft genug in Brand. Wer seinen Gegner schwächen wollte, erreichte das am einfachsten dadurch, dass er dessen Existenzgrundlage zerstörte.

Das waren die Bauernhöfe, aus den die Grundherrn ihre Einkünfte bezogen und durch die sie ihren Lebensunterhalt sicherten. Wenn die Eigenhörigen keine Abgaben mehr leisten konnten, weil die Ernte zerstört war, dann war der Herr stark angeschlagen und musste sich den Forderungen der Feinde beugen.

Schlechtes Wetter konnte die Ernte sehr in die Länge ziehen. Es gab auch im Frankenwald Jahre, da wurde die letzten Garben erst im September eingefahren. Waren die Felder schließlich leer, hatte der Sommer seinen Zenit überschritten. „Der Wind weht über die Haferstoppeln, da fängt der Herbst an“, meinten die Bauern. rs