Susanne Deuerling

Nordhalben  —  Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag war der Klöppelschulförderverein Nordhalben endgültig Geschichte . Bereits 2020 wurde in der Versammlung beschlossen, den Verein aufzulösen. Nun übergaben die ehemalige Vorsitzende Gabriele Taubold-Porzelt und die ehemalige Kassenverwalterin Martina Hänel das Vereinsvermögen in Höhe von 15 111,46 Euro wie in der Vereinssatzung vorgegeben an den Markt Nordhalben .

Auch alle beweglichen Güter gehen in den Besitz der Marktgemeinde über. Von Geschirr über Bänke und Stühle bis hin zu Klöppelständern, Schränken, Nähmaschine und Bügeleisen sowie Vitrinen usw. gehört vieles dazu. Das Vereinsvermögen wird nur für die Belange der Klöppelschule, also Reparaturen, Instandhaltung usw., eingesetzt. Sollte Inventar verkauft werden, wird der Erlös ebenfalls hierfür verwendet. Gabriele Taubold-Porzelt dankte zum Schluss noch allen Mitgliedern und Unterstützern des Klöppelschulvereins für ihre jahrelange Treue. Es sei schade, dass dieses Kapitel Geschichte ist, aber man werde das Vereinsvermögen zielgerichtet einsetzen, sagte Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW).

Bereits 20 Geflüchtete

Der Bürgermeister informierte darüber, dass sich bereits 20 Flüchtlinge aus der Ukraine in Nordhalben befinden, sie sind in der Pension „Weißes Lamm“ untergebracht. Pöhnlein dankte allen Helfern für die Unterstützung, besonders auch dem Nordwaldmarkt, der alle Lebensmittel gesponsert und eine Spendenbox aufgestellt hat.

Pöhnlein informierte auch über die Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzeptes, die Voraussetzung dafür ist, dass Nordhalben als finanzschwache Gemeinde vom Freistaat Bayern Stabilisierungshilfen erhält. Damit muss nachgewiesen werden, was die betroffenen Kommunen selbst tun, um sich finanziell besser zu stellen. Beim Markt Nordhalben ist dies bereits ausgereizt, so Pöhnlein. Eine Einsparung könnte nur bei den freiwilligen Leistungen vorgenommen werden, hier würde aber ein Stück Lebensqualität verloren gehen. Deshalb drängt der Bürgermeister darauf, an der Gewerbesteuer der Ködeltalsperre beteiligt zu werden, schließlich liegt sie auch auf Nordhalbener Grund. Jährlich würden der Gemeinde dadurch 20 000 Euro entgehen, die der Freistaat Bayern verweigere. Rechtlich sei dies legal, aber fair sei es nicht. Man werde hier auch nicht lockerlassen. Einstimmig wurde vom Gremium beschlossen, die Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzeptes in der nun vorliegenden Form weiterzuleiten.

Am Kommunalunternehmen des Lucas-Cranach-Campus (LCC) sind die Kommunen des Landkreises Kronach mitbeteiligt und leisten hier ihren finanziellen Beitrag. Für Nordhalben sind dies circa 23 000 Euro im Jahr. Deshalb ist es nur gerecht, dass der LCC auch in den Kommunen Projekte wie den sozialen Wohnungsbau umsetzt. In Nordhalben lag der Fokus auf den Anwesen Lobensteiner Straße 6 und 8. Eine neue Mitte sollte hier entstehen. Leider konnte nur die Nr. 8 erworben werden, die Nr. 6 wurde privat verkauft. Nun ist der große Plan des LCC nicht mehr zu verwirklichen. Die zugesagten 350 000 Euro vonseiten des LCC für Nordhalben gibt es laut Drittem Bürgermeister Michael Wunder ( CSU ) aber auf jeden Fall. Es müsste nun ein neues Projekt gefunden und das Gebäude Nr. 8 wieder verkauft werden.

Julian Wachter ( SPD ) meinte, dass man die 350 000 Euro eigentlich aus eigener Tasche zahle, da man ja jedes Jahr in den LCC einzahle. Er meinte, wenn der LCC weiterhin seine Luftschlösser bauen wolle, dann solle er sie bauen. Zweiter Bürgermeister Ludwig Pötzinger (FW) meinte, dass der Gemeinderat nichts gegen einen Privatverkauf tun könne, aber er gehe davon aus, dass MdL Jürgen Baumgärtner als Vorsitzender des LCC seine Versprechen halte.