Für kurze Krankheitsphasen sollen die Krankschreibungen abgeschafft werden. Das fodert zumindest der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen.
Eine verpflichtende Krankschreibung in den ersten drei Krankheitstagen sollte aus sich des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, abgeschafft werden. Diese Forderung sorgt für mächtig Aufruhr bei Arbeitgebern und der Politik.
Jüngst kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz die durchschnittlichen krankheitsbedingten Fehltage der Arbeitnehmer in Deutschland. Auch die telefonische Krankschreibung gerät in der Politik mehr und mehr in die Kritik; diese würde missbraucht werden. Hier hält der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Markus Beier, dagegen.
"Völlig absurd": Forderung - Verpflichtende Krankschreibung soll wegfallen
Im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erläutert er: "Die aktuelle Kritik an der telefonischen Krankschreibung basiert auf einem Märchen, das die Arbeitgeberverbände hartnäckig verbreiten." Alle bisherigen Auswertungen der Krankenkassen würden zeigen, dass die telefonische Krankschreibung nicht zu einem höheren Missbrauch führe, so Beier.
Die telefonische Krankschreibung soll bewirken, dass die Wartezimmer von Arztpraxen nicht unnötigerweise voll sind und Ärzte Termine lediglich für eine Kranschreibung vergeben müssen. In dieselbe Kerbe schlägt nun auch Andreas Gassens Vorschlag. Er empfindet eine verpflichtende Krankschreibung in den ersten drei Tagen als unnötig und "völlig absurd", wie unter anderem inside-digital.de berichtet.
Diese Verpflichtung sorge jährlich für Millionen Arztbesuche, die eher zum Nachteil des Gesundheitssystems und der Patienten sind, als wirklich nützen. Gassen inkludiert hier auch Kinderkrankentage: Eltern sollten für die Betreuungszeiten nicht länger ein Attest vom Arzt vorlegen müssen.
"Freifahrtschein zum Blaumachen": Arbeitgeber und Politik dagegen
Von Politik und Arbeitgebern kommt die Kritik, dass eine solche Lockerung zu Missbrauch führe und ein "Freifahrtschein zum Blaumachen" wäre. Gassen hält mit dem Argument dagegen, dass es auch jetzt schon die Möglichkeit gebe und Arbeitgeber Anreize schaffen sollten, damit dies nicht ausgenutzt würde.
Arbeitgeberverbände fordern, dass die Probleme des Gesundheitssystem anders gelöst weren müssen, anstatt die Menschen aufgrund von Personalmangel einfach nicht mehr in die Praxen zu schicken. Durch derartige Lockerung würde die Wirtschaft zusehends belastet.