Der Markt Mitwitz traf an seiner letzten Gemeinderatssitzung zwei schwere Entscheidungen. Zum einen soll aufgrund der schlechten finanziellen Lage Stabilisierungshilfe beim Freistaat beantragt werden, zum anderen findet der Weihnachtsmarkt auch in diesem Jahr nicht statt.

Den Schritt zur Haushaltskonsolidierung sei man bewusst aktiv angegangen, argumentierte Bürgermeister Oliver Plewa ( CSU ) die finanzielle Situation. „Wir sehen darin eine Chance, uns Luft zu machen für notwendige Investitionen.“ Kämmerin Dana Rüger, die zuvor schon darüber informiert hatte, dass die Haushaltsgenehmigung für 2021 durch das Landratsamt nur zum Teil erfolgt sei und man nacharbeiten müsse, fasste die Lage zusammen: „Beantragen wir Stabihilfe, dann wird uns auf die Finger geschaut. Unser Ziel ist es, wieder auf die eigenen Beine zu kommen. Aber bis es so weit ist, werden wir uns nur um kommunale Pflichtaufgaben kümmern können. Alles wird kritisch hinterfragt werden, Grund- und Gewerbesteuern müssen wir anheben, um möglichst hohe Einnahmen zu generieren.“ Ab 2023 erwartet sich die Gemeinde eine Finanzspritze von der bayerischen Staatsregierung in Form der Stabilisierungshilfe. Stellung dazu nahm unter anderem Oliver Kern ( SPD ): „Ich sehe das als gute Chance für den Markt Mitwitz , aber es ist kein Geld, das wir zusätzlich ausgeben können. Wir müssen damit verantwortungsvoll umgehen.“ Siegmund Katholing (FWG) hatte Bedenken, dass man damit als Gemeinde seine Entscheidungshoheit abgebe. Gerd Hempfling von der CSU entgegnete: „Wer gibt schon gerne zu, dass er pleite ist. Aber wir brauchen diese Hilfe, auch wenn wir einen kleinen Teil unserer Entscheidungshoheit damit abgeben.“ „Wir haben in die Zukunft investiert und kommen nun um die Konsolidierung nicht herum“, meinte Wolfgang Götz (FWG) dazu. Am Ende ergriff noch einmal Bürgermeister Oliver Plewa das Wort: „Wir müssen mit der Konsolidierung verantwortungsvoll umgehen. Dennoch wollen wir den Markt Mitwitz weiterhin attraktiv halten, damit Menschen hier leben wollen.“ Jetzt habe man erst einmal einen Termin bei der Kommunalaufsicht und man wolle auch mit anderen Konsolidierungsgemeinden im Landkreis sprechen.

Emotional wurde es beim Thema Weihnachtsmarkt . Die Traditionsveranstaltung wird auch in diesem Jahr nicht stattfinden, doch diese Entscheidung fiel allen Beteiligten sichtlich schwer. Er sei schließlich eine Prestigeveranstaltung, wie der Bürgermeister betonte, der von mehr als einer schlaflosen Nacht bezüglich der Entscheidung sprach. Er betonte in diesem Zusammenhang den hohen Anspruch an die Qualität des Weihnachtsmarktes , der eine mehr als erfolgreiche Entwicklung genommen habe. Mittlerweile sei daraus eine Großveranstaltung mit mehr als 16 000 zahlenden Gästen über 18 im Jahr 2019 geworden. Doch durch das ständige Auf und Ab hinsichtlich der 2G-, 3G-, oder 3G-plus-Regelungen habe einfach die Planungssicherheit vollkommen gefehlt. Und zu dieser Sicherheit habe auch das Erscheinen des Rahmenkonzeptes für Weihnachtsmärkte am 18. Oktober dieses Jahres, das von drei bayerischen Staatsministerien erabeitet wurde, nicht beigetragen. Organisatorin Claudia Schwämmlein: „Wir haben uns überlegt, was machbar wäre. Aber wie man es auch dreht und wendet, unter dem Strich bleibt ein deutlich erhöhter Personal- und Kostenaufwand , den wir nicht stemmen können.“ Hinzu käme, dass auch die Abstandsregeln bei den engen Wegen auf einem begrenzten Areal nur schwer einzuhalten seien. Letztlich müsse man sich fragen, was von der stimmungsvollen, romantischen Atmosphäre bei all den Einschränkungen am Ende denn übrig bleiben würde, fasste Plewa die Bedenken zusammen. Stellung dazu nahmen mehrere Gemeinderäte , aber alle waren sich einig, dass man heuer noch einmal „in den saueren Apfel beißen“ müsse, man sich aber auf jeden Fall über einen Weihnachtsmarkt 2022 Gedanken mache. Hier soll es einige Verbesserungen geben, versprach Plewa.

Am Ufer soll was passieren

Wie der Gewässerumbau auf dem Areal „Südwestlicher Ortseingang“ aussehen könnte, darüber sprachen Johanna Bunte vom Büro 23 und Josefin Mewes von Stowasserplan. Demnach plant man an der Föritz, den steilen Uferböschungen und dem strukturarmen Flussbett eine intakte Gewässer-Aue-Beziehung entgegenzusetzen. Die Uferböschung wolle man abflachen, um so Möglichkeiten der Begehung zu schaffen. „Das Gewässer erlebbar machen“, nannten es die beiden Spezialistinnen. Und um den Verlauf der Föritz attraktiver zu gestalten, könnte es dort bald Totholz- und Kiesablagerungen geben. „So vermitteln wir einen naturnahen Eindruck“, erklärte Mewes. Bei den Brücken will man die Zuwege neu gestalten, sie sanieren und eine neue entlang der Willkomensachse schaffen. Laut Zeitplan wurde die Bauausführung von März bis Juli 2022 in Aussicht gestellt. Für zusätzliche Attraktivität sollen dann auch Sitzbänke und Spielelemente sorgen. Angesetzt wurden dafür rund 267 000 Euro, wobei hier eine Förderung von 80 Prozent der Kosten in Aussicht gestellt wurde.

Von Mostholz bis zur Haderleinswustung wird die marode Wasserleitung ersetzt. Erläuterungen dazu gab Claudia Stephan vom Planungsbüro SRP. Hintergrund seien erhebliche Rohrbrüche der asbestversetzten Zementleitung. Sie müsse komplett ausgetauscht werden. Etwas schwieriger seien die Planungen deshalb geworden, weil man die Erneuerung der Staatsstraße 2708 in einigen Jahren in den Verlauf der Wasserleitung habe einbeziehen müssen. Rund 800 Meter sollen ersetzt werden und durch den Neubau erhoffe man sich für die Zukunft keinen weiteren Ausfall der Versorgungszone mehr. Die Trasse werde nahe der Staatsstraße verlaufen, davon 500 Meter in geschlossener und rund 300 Meter in offener Bauweise . Kosten soll sie rund 435 000 Euro, wovon etwa 40 Prozent der Gesamtkosten förderfähig seien. Start für den Baubeginn laut Claudia Stephan: Frühjahr 2022.