Eigentlich hätte es ein großes Fest sein sollen für die die Soldaten- und Reservistenkameradschaft Steinwiesen (SRK), die auf 150 Jahre zurückblicken kann. Doch wegen der Corona-Pandemie konnte auch dieses Jubiläum nur im Kleinen gefeiert werden. Doch eines ließen sich die Mitglieder des alteingesessenen Vereins nicht nehmen. Sie luden die Steinwiesener Vereine ein zur Kirchenparade ab Gasthof „Goldener Anker“ und zogen unter den Klängen des Musikvereins Steinwiesen zur Pfarr- und Wallfahrtskirche „Mariae Geburt“. Stolz waren die Männer und Frauen der SRK darauf, dass sie zwei ihrer drei Vereinsfahnen mitführen konnten. Am Kriegerdenkmal brannten Fackeln und es war festlich geflaggt.

Pfarrer Richard Reis zelebrierte den Festgottesdienst für die lebenden und verstorbenen Mitglieder des Vereins. In seiner Predigt ging Pfarrer Reis darauf ein, dass man in so einer Zeit einen Moment innehalten sollte, an die Vergangenheit, aber auch an die Zukunft denken. Zu überlegen, was bindet zusammen, denn 150 Jahre Vereinstreue müsse man erst einmal nachmachen. Und doch habe es ein gemeinsames Ziel über Generationen hinweg gegeben. Das „Wir-Gefühl“ sei auch nach 150 Jahren immer noch vorhanden. Auch wenn man kein großes Fest feiern könne, so sei es doch wichtig, dem Herrgott in einem Gottesdienst dafür zu danken, dass er die SRK beschützt hat und auch weiterhin für die nächsten 150 Jahre den Segen und das „Wir-Gefühl“ schenkt.

Nach dem feierlichen Gottesdienst fand eine Kranzniederlegung durch den Vorsitzenden Lukas Richter am Kriegerdenkmal statt. Hier wurde nicht nur der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege gedacht, sondern auch aller verstorbenen Kameraden.

Ein klein wenig Geselligkeit war dann doch noch möglich. Man zog nach der Kranzniederlegung gemeinsam mit den Vereinen zum „Grünen Baum“ zum gemütlichen Frühschoppen mit Weißwurstfrühstück. Seit 150 Jahren prägt die Soldaten- und Reservistenkameradschaft das gesellschaftliche, kulturelle und kirchliche Leben in der Marktgemeinde Steinwiesen . Gegründet wurde der Verein 1871 als Veteranen- und Kriegerverein. Nach turbulenten Jahrzehnten, die von den Kriegsjahren geprägt waren, wurde der Verein 1953 als Kriegerkameradschaft wieder gegründet und wurde 1964 in Krieger- und Soldatenkameradschaft umbenannt.

Seit 2008 besteht nun aufgrund des Zusammenschlusses und vereinsübergreifenden Zusammenarbeit mit der Reservistenkameradschaft der heutige Vereinsname. Die Vereinsfahnen, die bei solchen Anlässen alle drei mitgeführt werden, sind bereits Kostbarkeiten. Die älteste wurde am 6. Juni 1875 geweiht. 1905 wurde eine zweite Fahne angeschafft, die am 7. Juli 1905 geweiht wurde. Die Fahne des 1901 gegründeten Militär- und Kriegervereins wurde 1953 bei der Wiedergründung mit übernommen. sd