Karl-Heinz Hofmann

Kronach  —  Die Abfallbilanz sowie Verwertung und Entsorgung für das Jahr 2020 standen im Fokus der Sitzung des Abfallwirtschafts- und Umweltausschusses für den Landkreis Kronach unter Vorsitz von Landrat Klaus Löffler . Thomas Mattes führte in das komplexe Thema ein. Auch für die Abfallwirtschaft hatte die Corona-Pandemie Auswirkungen.

Das gesamte Wertstoffaufkommen aus Privathaushalten und den angeschlossenen Betrieben betrug im Jahr 2020 rund 28 500 Tonnen, was im Schnitt 425 Kilogramm an Wertstoffen pro Einwohner bedeutet. Dazu kommt laut Mattes ein Restabfallaufkommen an Haus- und Sperrmüll von rund 15 100 Tonnen. Wegen der Corona-Pandemie musste vieles anders als zu Normalzeiten laufen. „Obwohl gerade auch bei den Wertstoffhöfen an der Grenze des Machbaren gearbeitet wurde, standen die Entsorgungssicherheit und zugleich der Schutz der Mitarbeiter im Vordergrund“, betonte Landrat Klaus Löffler . Alle beteiligten Personen hätten hervorragende Arbeit geleistet, ob in der Verwaltung, bei der Müllabfuhr oder in den Wertstoffhöfen . Er fügte die Bitte an die Mitbürger an, auch jetzt in Zeiten der Lockerungen sehr sensibel mit dem Freiheitsgefühl umzugehen: „Corona ist noch nicht vorbei.“ Man solle Vernunft walten lassen.

Minus von 200 000 Euro

Die Leiterin der Abteilung Abfallwirtschaft des Landkreises Kronach , Susanne Knauer-Marx, blickte auf die Kostenrechnung und informierte über ein Minus-Ergebnis von 202 876 Euro, was einer Kostendeckung von 96,13 Prozent entspricht. Größte Einnahmeposition stellen die Abfallgebühren dar, sie lagen 2020 bei rund 4,545 Millionen Euro. Aus Gebühren der Wertstoffhöfe gingen 144 475 Euro ein und die Erlöse aus Papier erbrachten 90 871 Euro, das sind rund 110 000 Euro weniger als 2019.

Die größten Ausgaben stellen die Verbrennungsgebühren mit rund 1,974 Millionen Euro und das Abfuhrentgelt mit rund 1,020 Millionen Euro dar. Daraus erklärt sich auch das Minusergebnis, nämlich aus rückläufigen Erlösen für die Verwertung von Papier /Pappe, Altmetall und Elektroaltgeräten, sowie Erhöhungen bei Abfuhrkosten für Sperrmüll und höhere Entsorgungskosten sowie höhere Aufwendungen für den Wertstoffbetrieb (Container-Transportkosten, Entsorgung beziehungsweise Verwertung).

2022 wird neu kalkuliert

In ihrem Ausblick auf die Finanzsituation sieht Knauer-Marx im Jahr 2021 eine Entspannung durch eine sich positiv entwickelnde Erlössituation für Pappe/ Papier und Metall/ Elektroaltgeräte. Andererseits müsse aber mit Kostenerhöhungen bei der Inanspruchnahme der Leistungen Dritter gerechnet werden. Deshalb werde im Laufe des Jahres 2022 eine Neukalkulation der Gebühren vorzunehmen sein.

Neue Grundwassermessstellen werden in Steinbach am Wald, Tettau Am Kiesel, Tettau- Schauberg und in Nordhalben errichtet, berichtete Julian Simon. Um mit der Deponierekultivierung voranzukommen, stimmte das Gremium dem Vorschlag zu, die Aufträge für die Rekultivierungsplanung für die Deponie Nordhalben und Tettau Am Kiesel zu vergeben.