Katharina Steinhäuser

Am Freitag haben sich die Abiturientinnen und Abiturienten des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums schick gemacht, um im Kreiskulturraum in Kronach ihre Abiturzeugnisse entgegenzunehmen. Bei bestem Wetter strahlte so manches Kleid mit der Sonne um die Wette. Und auch die stolzen Eltern durften an der feierlichen Verabschiedung teilnehmen. Zum Betreten und Verlassen des Saales und auf der Bühne musste Maske getragen werden. Für die Ansprachen und das Einzel-Zeugnisfoto durfte die Maske kurz abgelegt werden.

Nach einem musikalischen Intro begrüßte die Schulleiterin Renate Leive die Gäste. Den Eltern sprach sie einen besonderen Gruß aus, da diese ihren Kindern aufgrund der Ausnahmesituation besonders hatten Beistehen müssen. Die Schulleiterin lobte die harte Arbeit der Abiturientinnen und Abiturienten trotz der erschwerten Bedingungen. 80 Schülerinnen und Schüler haben in diesem Jahr am Kaspar-Zeuß-Gymnasium das Abitur mitgeschrieben. Alle von ihnen haben bestanden.

Auch Landrat Klaus Löffler dankte den Eltern für die Unterstützung im Homeschooling und freute sich darüber, dass die Eltern nun auch bei der Verabschiedung dabei sein konnten. Anschließend richtete er sich mit einem Zitat von John Willard Marriott an die Abschlussklasse : „Die kräftigsten Bäume wachsen unter den schwierigsten Bedingungen.“ Die Abiturientinnen und Abiturienten hätten eine belastende Zeit überstanden und mit Charakterstärke, Durchhaltevermögen und Widerstandsfähigkeit die Krise gemeistert. Er appellierte an die jungen Menschen, nie die Hoffnung aufzugeben und auch Zukunftsperspektiven in ihrer Heimatregion wahrzunehmen.

Neuer Lebensabschnitt beginnt

Die Schülersprecher Michael Brauer und Sanna Wenzel gratulierten in ihrer Rede den anderen zum Abschluss. Die stressige Zeit der Klausuren liege nun hinter ihnen und ein neuer Lebensabschnitt beginne. Sie verabschiedeten außerdem die Schulleiterin Renate Leive und bedankten sich beim Sekretariat und dem Hausmeister. Während der Rede wurde eine Diashow mit Fotos der Schülerinnen und Schüler gezeigt.

Die Lehrkräfte des Gymnasiums konnten aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Sie erschienen in Form eines Videos in dem sie Schilder mit Sprüchen und Glückwünschen hochhielten.

Die Rede der Schulleiterin Renate Leive stand ganz unter dem Motto „Wind of Change“. Aktuell gebe es viele Veränderungen. Die Abiturientinnen und Abiturienten hätten den Abschluss gemeistert, dem „Sturm“ zum Trotz. Auch die Arbeitswelt ändere sich, und es eröffneten sich neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel Homeoffice auf dem Land. Auch den Lucas-Cranach-Campus bezeichnete sie als Chance für die Region.

Klare Worte der Schulleitung

Nicht nur die Pandemie, sondern auch die Hochwasserkatastrophe in Teilen Deutschlands zeige, dass unser Verhalten das Leben aller bedrohe. Sie lobte die junge Generation, dass diese die Gefahr des Klimawandels ins öffentliche Bewusstsein gerückt habe. Es sei außerdem Zeit, Farbe zu bekennen, gegen Angriffe auf unsere Demokratie und Diskriminierungen aufgrund von Religion oder sexueller Orientierung. Die Schulleiterin riet der Abschlussklasse außerdem, sich nicht für ihr „Corona-Abi“ zu schämen. In Anbetracht der Situation sei ein Nachteilsausgleich nur fair gewesen. „Vergessen Sie nie, was Sie geschafft haben“, sagte die Schulleiterin .

Zweimal Note 1,0

Abschließend wurden die Zeugnisse überreicht und besonders gute Leistungen geehrt. 26 Schülerinnen und Schüler erreichten eine Eins vor dem Komma im Abiturzeugnis. Die Hälfte davon erreichte sogar ein „echtes“ Einserabitur. Lara Zethner und Nina Rebhan schlossen das Gymnasium mit einem Schnitt von 1,0 ab. Der Gesamtdurchschnitt des Jahrgangs liegt bei 2,18 und ist damit besser als der Schnitt der vergangenen Jahre.