"Die Termine mit der Hochschule Coburg waren schon lange als Präsenzveranstaltungen geplant", erzählen die beiden P-Seminar-Lehrkräfte Katja Jungkunz und Jörg Kessel über die Idee, mit der Hochschule Coburg ein Projekt zur Studienberatung zu starten. In den P-Seminaren an Gymnasien geht es nicht nur darum, als kleine Gruppe gemeinsam ein Projekt auf die Beine zu stellen. Die Schüler der Q11 sollen auch die Studien- und Berufswelt für die Zeit nach ihrem Abitur kennenlernen.

Die Hygienevorschriften und der Distanzunterricht erforderten Planänderungen und ließen nicht nur das KZG, sondern auch die Hochschule Coburg kreativ werden. Kurzerhand fand das Projekt digital statt. Die Leiterin der Studienberatung , Katja Kessel, stellte zunächst ein Video bereit, in dem sie Basisinformationen zu Hochschulsystem, Studienfinanzierung und -bewerbung gab. Die Schüler der P-Seminare konnten das Video über einen Link ansehen. Das funktionierte auch von zu Hause aus und wurde auf der Lernplattform Mebis von den Seminarleitern und mit Videokonferenzen begleitet. Die Schüler wurden aufgefordert, sich anschließend Fragen zum Studium zu überlegen - ganz allgemein oder speziell für Coburg.

Überraschend viele Fragen

Das Konzept ging auf: "Hat man als Student mehr Freizeit als ein Schüler ?", "In welchen Bereichen kann man ein Duales Studium an der Hochschule Coburg absolvieren?", "Woran erkenne ich, ob eine Fachhochschule für mich besser geeignet ist als eine Universität?" Katja Kessel ist überwältigt: "Mit über 75 Fragen haben wir wirklich nicht gerechnet. Bei einem normalen Vortrag vor Ort gibt es meist nur wenige Rückfragen. Super, dass sich die Schüler so mit dem Thema auseinandergesetzt haben!" Die Mitarbeiterinnen der Studienberatung und Studierende der Hochschule nahmen sich viel Zeit, die individuellen Fragen der Kronacher in einem weiteren Video zu beantworten. So erzählten zwei Studentinnen beispielsweise, wie sie von BAföG leben können oder wie sie Nebenjob und Studium unter einen Hut bekommen. Aber auch kleine Anekdoten aus dem Studentenleben oder aus WGs wurden berichtet.

Das Feedback der Gymnasiasten war dabei durchweg positiv. Sie lobten das tolle Format der Videos und die unterhaltsame Art der Information: "Ich fand die Videos sehr interessant und die Fragen wurden ausführlich beantwortet. Außerdem war es gut, dass die Studenten alle etwas Unterschiedliches berichten konnten. Dadurch hat man einen guten Einblick bekommen und kann sich besser vorstellen, was auf einen zukommt", erklärt Amelie. Auch die P-Seminarleiterin Katja Jungkunz zieht ein positives Fazit: "Als Einführung in die Themenwelt Studium war dieses Projekt zu dem Zeitpunkt wirklich sehr zielführend." Nach dem ersten Halbjahr in der 11. Jahrgangsstufe sollte diese Phase der Berufs- und Studienorientierung abgeschlossen sein.

Bewerbungstraining online

In einigen P-Seminaren lief zusätzlich in Zusammenarbeit mit der AOK ein Bewerbungstraining online ab. Dieses war zunächst ebenfalls als Präsenzveranstaltung geplant, wurde aber dann in die digitale Welt verlegt. In Videokonferenzen führte Alexa Kirschner von der AOK Trainings zu Assessmentcentern und Bewerbung mit den Schülern durch. Zudem wurden Bewerbungsgespräche simuliert. "Die Schülerinnen und Schüler konnten außerdem selbst Bewerbungen für den Beruf als Sozialversicherungsfachangestellten schreiben, die von der Expertin der AOK korrigiert wurden", erklärt die P-Seminarleiterin Lena Mischerikow. "So erhielten die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer ein individuelles und professionelles Feedback zur Optimierung ihrer Bewerbung."

Im P-Seminar "Handy-Bewerbung" wird das Thema der Berufs- und Studienorientierung zudem in Zusammenarbeit mit der Heinz-Glas Group weiter vertieft. "Das ist passend zur aktuellen Lage, entspricht aber auch der Entwicklung am Arbeitsmarkt", sagt Kursleiter Jörg Kessel. Mit Dominik Künzel von der Heinz-Glas Group entstand so eine äußerst kooperative und professionelle Zusammenarbeit auch in Zeiten ohne "richtige" Treffen.

Berufsfelder per Video präsentiert

Die Präsentation einzelner Berufsfelder, welche die Schüler unter anderem zur Steigerung ihrer Berufswahlkompetenz in P-Seminaren vorbereiten und normalerweise vor der Klasse halten, wurden teilweise ebenfalls in Videokonferenzen gehalten. Außerdem konnten sie sich mit Arbeitsheften, die schon zu Beginn des Schuljahres ausgeteilt wurden, mit selbstreflexiven Aufgaben wie Stärken und Schwächen oder persönlichem Arbeitsverhalten zu Hause selbstständig auseinandersetzen. Das Kaspar-Zeuß-Gymnasium bietet in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Experten auch in der Zeit der Schulschließung spannende Angebote für die Schüler zur Berufs- und Studienorientierung.