Bei der jüngsten Sitzung des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses am Donnerstag im Rathaus berichtete Dritter Bürgermeister Bernd Liebhardt als Sitzungsleiter zunächst von einer erfreulichen Entwicklung bei einem der vorliegenden Anträge. Diesem Antrag einer Bauwerberin auf Errichtung einer verkehrssicheren Einfahrt mit Grundstückseinzäunung im Dobersgrund erteilte das Gremium diesmal einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Stadtplaner Daniel Gerber, das Gremium und die Bauwerberin hatten kooperativ verhandelt und eine für alle Seiten akzeptable Kompromisslösung gefunden.

Schon einmal war bei der Sitzung am 9. Dezember 2021 über diesen Antrag beraten und das gemeindliche Einvernehmen versagt worden. Es war eine Zustimmung signalisiert worden, wenn die Zufahrt an das westliche Grundstücksende verlegt werde. Der nun erneut vorgelegten Planung konnte das Gremium zustimmen, da die Bauwerberin dem Wunsch nach Verlegung der Grundstückseinfahrt nachgekommen war, wie sie per E-Mail am 26. Januar mitgeteilt hatte. Somit konnte man auch dem Antrag auf Errichtung einer Doppelgarage mit einer Schleppgaube auf besagtem Grundstück das gemeindliche Einvernehmen erteilen.

Hans Simon ( SPD ) sah dieses Problem als gelöst an. Man werde auch ohne Verkehrsspiegel zurechtkommen, da in diesem Bereich der Ein- und Ausfahrt auf der Hauptstraße nur langsam gefahren werden könne.

Martin Bittruf ( CSU ) fand es gut, dass diese Verkehrslage durch Mitwirken der Antragstellerin entschärft wurde.

Über Jahre dem Verfall ausgesetzt

Nicht so übereinstimmend waren die Meinungen zu einem Antrag auf Abriss einer alten Scheune in der Andreas-Limmer-Straße in Kronach . Eingangs bedauerte Bernd Liebhardt, dass in den vergangenen Jahren nichts in den Erhalt der Scheune investiert worden sei, so dass diese über Jahre dem Verfall ausgesetzt gewesen sei.

Stadtplaner Gerber machte klar, dass auch die Stadtverwaltung den geplanten Abriss, der im Urkataster von 1853 eingetragenen Scheune im Nahbereich des Einzelbaudenkmals Wassermühle bedauere. Nun sei der Abriss allerdings nicht mehr zu vermeiden, doch stimme die Stadt Kronach nur zu, wenn die vorgesehene Nutzung als Anwohnerparkplatz in einem Ersatzbau (offener Carport mit Satteldach wie beispielsweise in der Mangstraße) realisiert wird.

Martina Zwosta (FL) sagte, sie könne dem nicht zustimmen. Die alte Scheune gehöre zum Stadtbild. Es ist außerordentlich schade, dass sie nicht erhalten wurde.

Mit sechs gegen drei Stimmen ( Klaus Simon , Tino Vetter, Martina Zwosta waren dagegen) wurde dem Antrag auf Abriss der alten Scheune zugestimmt.

Grundstückseigentümer lenkt ein

Ein Antrag auf isolierte Befreiung für eine Einfriedung eines Grundstückes in Friesen mit 1,80 Metern Höhe hätte keine Zustimmung gefunden. Nach Rücksprache von Bernd Liebhardt mit dem Grundstückseigentümer erklärte sich dieser vor der Sitzung mit einer Höhe von 1,50 Metern einverstanden. So fand der Antrag einstimmiges gemeindliches Einvernehmen.

Einhelliges Einvernehmen erhielten auch folgende Bauanträge : Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage in Neuses, Neubau eines Einfamilienhauses in Neuses sowie Umbau und Erweiterung einer ehemaligen Schneiderei zu Wohnraum im Geiersgraben, Stadtteil Gehülz. Hans Simon nannte es sehr erfreulich, dass damit ein derzeit leerstehendes Gebäude mit Wohnraum wiederbelebt werde. Eine Zufahrt hierzu besteht schon immer.

Die Aufstellung eines Containers als Verkaufsstelle mit Werbeanlage in der Adolf-Kolping-Straße fand keine Zustimmung. Das Bauvorhaben widerspricht in mehreren Punkten den Festsetzungen des Bebauungsplanes „Wassergasse“, für die man keine Befreiungen erteilen konnte. eh