Der SPD-Ortsverein Neuenmarkt-Hegnabrunn ist wieder auf dem Weg in ein ruhiges Fahrwasser. Nach dem Wegzug des bisherigen Ortsvorsitzenden Ulrich Eberhardt wurde sein Stellvertreter, der 54-jährige Verwaltungsamtmann Ralf Beutner, bei der Jahreshauptversammlung einstimmig an die Spitze des SPD-Ortsverbandes gewählt. Neue Stellvertreter im Amt des Ortsvorsitzenden sind Gudrun Knörer, Patricia Lerner und Dietmar Hoch. SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsvizepräsidentin Inge Aures ehrte Karl-Heinz Warzecha für 40 Jahre und Karl-Heinz Knörer für 50 Jahre Parteizugehörigkeit.
In seinem Jahresbericht dankte Ralf Beutner als kommissarischer Vorsitzender allen Mitgliedern der Vorstandschaft, die ihn nach der "Flucht" des Ortsvorsitzenden tatkräftig unterstützten. Er stellte fest, dass das zurückliegende Jahr von dem Streit der Hochwasseropfer gegen die Gemeinde Neuenmarkt geprägt war: "Ob nun berechtigt oder nicht, der Bürgermeister hat in der ganzen Angelegenheit kein gutes Bild abgegeben. Umso positiver sehe ich es, dass die Gemeinde nunmehr ein Hochwasserschutzkonzept auf den Weg gebracht hat."
2015 war auch das Jahr der Flüchtlinge und das Jahr, in dem, nach Meinung von Beutner, die EU kläglich versagt habe: "Unbestritten ist es, dass Kriegsflüchtlinge oder politisch Verfolgte bei uns aufgenommen werden müssen. Dies gilt aber nicht für Wirtschaftsflüchtlinge. Auch die Bundesrepublik Deutschland ist nicht unbegrenzt aufnahmefähig. Diese ganze Flüchtlingspolitik hat der AfD in die Karten gespielt und die Angst wird geschürt, dass Deutschland moslemisiert wird. Dem muss man energisch entgegentreten. Die Politik ist aufgefordert, ein umfassendes Asylrecht für die gesamte EU zu entwickeln und nicht nur immer scheibchenweise etwas zu ändern oder zu verbessern."


Kritik an die CSU

Die aktuelle Landespolitik, insbesondere den Umgang mit Flüchtlingen, machte SPD-Kreisvorsitzende Inge Aures zum Thema. Das neue Integrationsgesetz, das der Landtag in erster Lesung behandelt hatte, werde in seiner jetzigen Form von der SPD strikt abgelehnt. Die regierende CSU spreche in ihrem Gesetzentwurf zwar von einer "Leitkultur", welche von den Migranten eingefordert werden müsse. Tatsächlich aber lautet der Tenor des Entwurfs der Staatsregierung: "Vorsicht vor Ausländern!"
Aures sprach vom Abschied von der Willkommenskultur und einem Abgesang auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung: "Ich kann doch nicht von den Menschen, die aus dem Nahen Osten nach Deutschland kommen, fordern, sie sollen so leben wie wir und es gleichzeitig vergessen, ihnen Angebote für eine gelingende Integration zu machen."
SPD-Ehrenvorsitzender Karl Pöhlmann nannte die Barrierefreiheit einen Kernpunkt sozialdemokratischen Arbeitens, auch in der Gemeinde Neuenmarkt: "Unser Ziel ist es, dass auch die behinderten Menschen vollständig teilhaben können am gesellschaftlichen Leben und dazu ist die Barrierefreiheit notwendig. Dazu gehört auch, den Menschen Hilfestellungen für den Rollstuhl oder den Rollator zu geben." Ein neuralgischer Punkt sind die Zugänge zu den Bahnsteigen am Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg. Zum erstellten Hochwasserschutzkonzept sprach sich Pöhlmann für eine konkrete Umsetzung in Teilbereichen aus.
Kassier Dietmar Hoch zeigte in seinem Bericht auf, dass der Ortsverein das Jahr 2015 mit einem Plus in der Vereinskasse abgeschlossen hat. Rei