In Thundorf ist es üblich, dass am Karfreitag am Friedhof der Kreuzweg gebetet wird. In den vergangenen Jahren übernahm in Thundorf die Malteserjugend die Organisation. In diesem Jahr hat sich die Malteserjugend - wegen Corona - etwas Neues einfallen lassen. "Wir wollen die Tradition nicht aussterben lassen", sagt Bettina Seufert, deswegen hat sich der Verein zwei Varianten überlegt.

Zum einen den Kreuzweg in der Tüte. In den Gemeindeteilen Thundorf, Rothhausen und Theinfeld werden vor Ostern Tüten mit einem Kreuzweg, der sich auf die momentane Situation "Corona und Jesus" bezieht, verteilt. Neben dem Flyer mit der Erläuterung befinden sich ein Teebeutel und ein Teelicht in der Tüte. Damit nimmt man sich laut Initiatoren Zeit, kocht sich den Tee, zündet das Kerzchen an, liest dabei den Kreuzweg und geht in sich. Insgesamt haben die Jugendlichen 430 Tüten gefüllt.

Die zweite Variante ist für diejenigen, die noch gut zu Fuß sind. Sie können zum Friedhof zur Michaelskapelle hochlaufen und die dort installierten Meditationsstationen ablaufen und sich dabei Gedanken machen über die Stationen und über ihr eigenes Leben.

Im Zuge der Meditation empfehlen die Malteser Parallelen vom eigenen "persönlichen Leidensweg" zum Leidensweg "Jesu" zu finden. Dieser habe einen positiven Ausgang, denn Jesus stehe aus dem Grab auf und sei für uns Menschen immer da. Der Meditationskreuzweg kann bis Ostermontag, 5. April, begangen werden. Unterstützung gab es von Schreinerei Egon Klöffel, der die Holztafeln für den Text fertigte, und Gemeinderätin Sigrid Hotaling, die für den Schmuck der Stationen gesorgt hat. mib