"Wir lassen uns von Corona nicht unterkriegen!" Mehr als 50 Funktionäre aus den 21 Musikvereinen (MV) im Landkreis Forchheim trotzten den Kontaktbeschränkungen und trafen sich zur ersten virtuellen Jahreshauptversammlung ihres Kreisverbandes unter der Leitung und Moderation der Kreisvorsitzenden Claudia Heim aus Langensendelbach.

Durchhaltevermögen gelobt

Virtuell zu Gast war der oberfränkische Bezirkspräsident im Nordbayerischen Musikbund (NBMB), Thomas Kolb aus Steinwiesen im Landkreis Kronach. In seinem Grußwort lobte er das Durchhaltevermögen der insgesamt 2051 im Kreisverband organisierten Musiker sowie die Kreativität, welche viele Vereine in der langen Zeit der Pandemie-Einschränkungen im Jahr 2020 an den Tag gelegt hätten.

Von der "Musikkerwa to go" über "Weinfest überall", vom "virtuellen Sommerkonzert" bis hin zum "Klangblumenweg" seien die Musikvereine aus dem Landkreis Forchheim Vorbild für ganz Oberfranken, auch dank ihrer Präsenz in den sozialen Medien.

Es fielen die meisten der vom Kreisvorstand geplanten Präsenzveranstaltungen der Pandemie zum Opfer - auch solch innovative Aktionen wie ein "Dirigentenkarussell", bei dem sich Dirigenten der einzelnen Landkreisorchester bereit erklären, ihr Pult für einen bestimmten Zeitraum mit einem Kollegen zu tauschen. Es gab im Kreisverband bereits einen Fahrplan zur Umsetzung dieser "mutigen wie weitsichtigen Idee", von der man sich viele hilfreiche Impulse versprach. "Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben", gab sich die Kreisvorsitzende Claudia Heim optimistisch.

Nachwuchsförderung geht weiter

Umso zufriedener im Sinne der Nachwuchsförderung machte die Tatsache, dass die Leistungsprüfungen des Jahrganges 2019/20 trotz beginnender Corona-Krise im Frühjahr noch durchgeführt werden konnten. Die D1-Prüfung absolvierten mit 115 Musikern aus 17 Musikvereinen so viele wie nie zuvor erfolgreich und dürfen nun stolz das Leistungsabzeichen des NBMB in Bronze am Revers tragen. Der Herausforderung, das silberne Abzeichen durch die bestandene Leistungsprüfung D2 zu erwerben, stellten sich immerhin 25 Musiker aus neun Vereinen erfolgreich.

Eine intensive Vorbereitungswoche, auch "Gold-Woche" genannt, in der Musikakademie in Hammelburg ist die Voraussetzung, um bei der D3-Prüfung erfolgreich zu sein und das Uniformrevers mit dem Leistungsabzeichen in Gold schmücken zu können. Dies gelang der Tenorhornistin Hannah Marsching vom MV Langensendelbach und der Schlagzeugerin Ann-Kathrin Heid vom MV Kirchehrenbach.

Mitten in die zweite Pandemiewelle fielen die geplanten Präsenz-Schulungstermine für die Leistungsprüfungen des Jahrganges 2020/21, die trotz dezentraler Unterrichtstools und ausgefeiltem Hygienekonzept allesamt abgesagt werden mussten. Inzwischen ist auf Online-Unterricht umgestellt. Man hofft nun, die auf den 10. und 11. Juli terminierten Prüfungen über die Bühne zu bringen.

Ein weiterer namhafter Online-Gast war der stellvertretende Vorsitzende des Forchheimer Bildungsvereins "FOrsprung", Wolfgang Blos. Auf Initiative der Kreisvorsitzenden Claudia Heim hat sich in jüngerer Zeit eine Kooperation mit dem Projekt Jeki (Jedem Kind ein Instrument) entwickelt, dessen Interessenvertreter im Bildungsverein der ehemalige Schulleiter Wolfgang Blos ist. Ziel der Kooperation ist die organisatorische und vor allem inhaltliche Zusammenarbeit der Jeki-Grundschulen mit den Musikvereinen überall dort, wo der Verein keine eigenen Bläserklassen anbieten kann oder möchte.

Kreismusikfest geplant

Viele Fragezeichen stehen leider hinter der Terminübersicht für das Jahr 2021. Trotzdem ist man optimistisch, sich in der zweiten Jahreshälfte wieder zu Konzerten, vielleicht auch Musikfesten, treffen zu können. So plant der Musik- und Trachtenverein Igensdorf sein letztes Jahr ausgefallenes Kreismusikfest für den 21. August. Für den 3. Oktober ist ein Konzert des Bezirksauswahlorchesters Oberfranken in Bad Staffelstein geplant.

Neben den Jahresbeiträgen der Musikvereine gibt es jährlich zwei wichtige Geldquellen, um die erheblichen Ausgaben für die vielen Schulungsmaßnahmen bestreiten zu können. Aus Fördermitteln des Landkreises flossen 4000 Euro, und die "Zukunftsstiftung" der Sparkasse bedenkt das Gremium mit stattlichen 5000 Euro. So fiel der Rechenschaftsbericht des Kreisgeschäftsführers Lars Pislcajt entsprechen positiv aus.

Die Neuwahlen verschoben

Die turnusmäßigen Neuwahlen wurden per Mehrheitsbeschluss auf die Kreisversammlung im Januar 2022 verschoben. Bis dahin bleiben die Mitglieder des Kreisvorstands allesamt im Amt. Eines davon hat Claudia Heims Stellvertreter Fridolin Hofmann aus Kirchehrenbach inne, der dem Gremium bereits seit 15 Jahren angehört.

So geht der Kreisvorstand mit vorsichtigem Optimismus in das neue Jahr und hofft darauf, dass mit Beginn der Spielsaison im Frühling eine deutliche Normalisierung erkennbar wird.