Helmut Will Jetzt ist es beschlossene Sache. Der Gemeinderat Untermerzbach billigte eine Vereinbarung mit dem Landkreis zum Ausbau der Kreisstraße Has 46 in Buch.

Wie schon mehrmals im Bauausschuss und Gemeinderat besprochen, gestaltet der Landkreis Haßberge die Ortseinfahrt in Buch, aus Richtung Lichtenstein kommend, um. Dabei soll auf der linken Seite ein Gehweg entstehen. Eine "finale Bereitschaft" wurde mit Anliegern dazu erzielt.

Für die Baumaßnahme muss nach den Worten von Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) auch die Gemeinde Untermerzbach einen Beitrag leisten, weshalb eine Vereinbarung mit dem Landkreis Haßberge erforderlich sei. "Je nach Fördermaßnahmen, die noch nicht völlig geklärt sind, würden auf die Gemeinde zwischen 35 000 und im Höchstfall 60 000 Euro zukommen", sagte der Bürgermeister. Der Gemeinderat stimmte der Vereinbarung zu.

Bald sollen in allen Ortschaften des Gemeindegebietes nur noch stromsparende LED-Leuchten strahlen. Dafür müssen allerdings noch insgesamt 268 Leuchtmittel ausgetauscht werden. Das würde eine Einsparung von 63 000 Kilowattstunden im Jahr bedeuten - eine Ersparnis von 14 400 Euro. "Die Investition hätte sich dann in eineinhalb Jahren amortisiert", so der Bürgermeister. Die Kosten für die Umrüstung belaufen sich nach den Worten des Gemeindeoberhauptes auf 24 500 Euro brutto.

Auf Anfrage von Gemeinderat Gerhard Roth (FWG) sagte Dietz, dass dann außer in Buch alle Lampen ausgetauscht seien. Dort werde man später 15 000 Euro für vier bis fünf Lampen investieren müssen. Es folgte der Beschluss, die 268 Ortslampen auf LED umrüsten zu lassen.

Helmut Dietz gab bekannt, dass es nötig war, für den Bauhof der Gemeinde ein Transportfahrzeug zu beschaffen. Das alte Fahrzeug ist 17 Jahre alt und sehr störungsanfällig gewesen. Investieren wollte die Gemeinde in dieses Fahrzeug nicht mehr, weshalb ein gebrauchtes Ersatzfahrzeug mit größerer Ladefläche (9500 Euro) gekauft wurde.

Energiefragen

Die Energiewende ist spätestens seit dem Atomunglück im japanischen Fukushima ein Thema. Energiewende und erneuerbare Energien waren auch Thema bei der Sitzung des Gemeinderates am Montag in der Turnhalle der Grundschule. Zu Gast war als Referent bei der Sitzung Marco Siller, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte (GUT) im Landkreis Haßberge. Dietz sagte, dass alle 26 Gemeinden im Landkreis Haßberge zusammen mit dem Landkreis mithilfe der GUT die Energiewende im Landkreis voranbringen wollen. Er wies auf das erfolgreiche Windkraftprojekt im Sailershäuser Wald hin.

In seinem Vortrag sagte Siller, dass Energiewende und Klimaschutz eine gesellschaftliche Aufgabe seien und Energieeffizienzprojekte in den Kommunen umgesetzt werden sollten.

Ins Auge gefasst werden sollen der Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Energiepotenziale im Kreisgebiet. "Hier müssen wir die öffentliche Hand und die Bevölkerung zusammen einbinden mit dem Ziel, dass die Wertschöpfung möglichst vor Ort bleiben soll", so Marco Siller.

Laut Energienutzungsplan aus dem Jahr 2015 zeigte er den Strom- und Wärmeverbrauch im Landkreis auf. "Ziel ist, mindestens 20 Bürgerbeteiligungen mit einer Gesamtleistung von 200 MW/p im Landkreis zu errichten und über die BEG zu betreiben", so der Energiemanager. Die BEG ist die Bürgerenergiegenossenschaft, hinter der ebenfalls der Landkreis steht.

Für Untermerzbach zeigte Siller anhand einer Karte auf, was bei weiteren "Sondergebieten Photovoltaik" zu beachten sei. "Ziel sollte es sein, den Flächennutzungsplan anzupassen, um Photovoltaikanlagen mit Bürgerbeteiligung und mindestens zehn Megawatt Peak (MW/p) pro Gemeinde realisieren zu können", so Siller. Photovoltaikanlagen dürften im Landkreis Haßberge überall gebaut werden, aber man müsse mit Fingerspitzengefühl vorgehen.

Auch Windenergie müsse beim Energiemix eine Rolle spielen, und er stehe Windkraftanlagen positiv gegenüber. "Uns fehlen hier noch mindestens 75 Megawatt", sagte Siller. Das bedeute 15 mal fünf Megawatt an drei Standorten mit jeweils fünf Anlagen. Hier müsse der Regionalplan überprüft werden, um die ausgewählten Windstandorte verfügbar zu machen.

Speziell zum Standort Bretzenstein gefragt, sagte Marco Siller: "Jedes Windrad ist für das Erreichen der Energiewende bei uns im Landkreis wertvoll. Dennoch ist zuerst der politische Prozess notwendig, um am Ende in der Umsetzung im größtmöglichen Konsens die Anlagen errichten zu können. Ich möchte heute der politischen Entscheidung nicht vorgreifen."

Auch Biomasse sei ein Lieferant von Energie. Allerdings seien hier keine tragfähigen Geschäftsmodelle in Sicht.

Dachflächen für Photovoltaik seien noch vor 20 Jahren die "Pioniere" für die Gewinnung von Sonnenenergie gewesen, sagte Dritter Bürgermeister Gerald Karl (FWG) und fragte: Warum wolle man die mit Gewalt herunterfahren? Obwohl er ein absoluter Fan von Anlagen auf Dächern sei, reichten diese alleine nicht aus, um die Energiewende entscheidend zu beeinflussen, sagte Siller.

Wasserstoff könne für die Wärmewende ein zentraler Bestandteil im Gesamtkonzept sein, und es sei Ziel, langfristig mehr Strom zu produzieren als verbraucht werde. Deshalb solle im Zeitraum von bis zu fünf Jahren eine Wasserstoff-Strategie von der GUT erarbeitet werden.