Wenn Kinder krank sind und gepflegt werden müssen, dann brauchen sie Ruhe - und am besten die Betreuung durch ihre Eltern. Berufstätige Eltern, die ihr Kind zu Hause pflegen, können finanzielle Unterstützung von der Krankenkasse bekommen. Immer mehr Eltern in Bayern nutzen das sogenannte Kinderkrankengeld. Während die AOK Bayern 2012 insgesamt 50 884 Fälle verzeichnete, waren es 2016 bereits 75 230 Fälle. Dies entspricht einem Zuwachs von fast 50 Prozent.
Im Landkreis Kulmbach nahmen im vergangenen Jahr 989 AOK-versicherte Mütter oder Väter diese Leistung in Anspruch, im Vergleich zu 2012 eine Steigerung um 44,8 Prozent. Nach wie vor sind es vor allem die Mütter, die ihr krankes Kind pflegen. Allerdings wächst der Anteil der Väter, die das Kinderkrankengeld nutzen: 2016 waren es im Landkreis Kulmbach 28 Prozent, das sind 1,8 Prozentpunkte mehr als 2012.


Bis zu 100 Prozent

Leben mehrere Kinder im Haushalt liegt der Anspruch bei maximal 25 beziehungsweise 50 Tagen. Der Elternteil, der den Antrag stellt, muss ebenfalls gesetzlich krankenversichert sein und zudem Anspruch auf Krankengeld haben. Die AOK übernimmt bis zu 100 Prozent des ausgefallenen Netto-Arbeitslohns. "Um Kinderkrankengeld zu erhalten, muss ein Arzt bescheinigen, dass das Kind betreut werden muss", so Markus Rother. Voraussetzung ist auch, dass es keine andere im Haushalt lebende Person gibt, die das Kind betreuen kann. red