Schlangenalarm in der Kreisstadt: Ein Ehepaar entdeckte am Donnerstag eine außergewöhnlich große, orange-braun gemusterte Schlange auf seinem Grundstück in der Rotkreuzstraße in Haßfurt.

Das Tier hatte sich, wie die Polizei am Freitag mitteilte, zum Sonnenbad auf dem Komposthaufen im Gemüsegarten hinter dem Wohnhaus zusammengeringelt. Die Frau des Hauses wollte sich - trotz ihrer Angst vor der Schlange - erkundigen, wie mit dem Tier umgegangen werden sollte, und schickte ein Foto an die ihrer Meinung nach zuständigen Stellen.

Auf Umwegen über das Tierheim in Schweinfurt und das Landratsamt Haßberge gelangte die Information zur Polizeiin-spektion Haßfurt. Da keiner der sonst in solchen Fällen hinzugezogenen Spezialisten greifbar war, schnappte sich Polizeihauptkommissar Bernd Thein einen Karton und seine Lederhandschuhe und begab sich in die Rotkreuzstraße.

Eine Kornnatter

Vorher war schon bestimmt worden, dass es sich um eine ungiftige Kornnatter handelte, deren eigentliche Heimat die Westküste Nordamerikas ist. Sie wird gerne als Terrariumschlange gehalten.

Problemlos konnte Thein das quirlige Tier mit seinen rund 120 Zentimetern Länge mit der Hand einfangen und zur Inspektion in Haßfurt bringen. Am Freitag wurde die Schlange dann dem Tierheim in Zell übergeben, wo sie artgemäß gehalten wird und von ihrem Besitzer abgeholt werden kann.

Der Haßfurter Vorfall ist nicht der erste Schlangenalarm in jüngster Zeit. Vor einigen Woche war eine Indigonatter aus einem Wohnanwesen im Zeiler Siedlungsgebiet durch ein geöffnetes Fenster ausgebüxt. Das Tier kroch über eine Straße und versteckte sich in einem Schuppen, in dem Brennholz gelagert wird. Bei dem "Ausflug" über die Straße war die Schlange beobachtet worden. Die Zeugen riefen die Einsatzkräfte, die zunächst nicht wussten, um welches Tier es sich handelt und ob es vielleicht giftig ist.

Keine Gefahr

Glücklicherweise konnte anhand eines Fotos der Schlange an der Außenwand des Schuppens dann bestimmt werden, dass es sich um eine ungefährliche Indigonatter handelt. Deren Heimat ist ebenfalls die USA. Die Zeiler Feuerwehr räumte den Schuppen aus und entdeckte das Tier, das der inzwischen herbeigerufene Besitzer einfing.

Und noch ein Schlangenalarm im Landreis! Zu einer besonderen Kleintierrettung wurde die Feuerwehr Rentweinsdorf Mitte Juli alarmiert - nur wenige Tage nach dem Zeiler Einsatz. Anwohner hatten abends auf ihrem Grundstück in der Straße "Türkei" eine Schlange entdeckt; sie verständigten die Einsatzkräfte. Mit Hilfe der Integrierten Leitstelle Schweinfurt (ILS) wurde schnell festgestellt, dass es sich bei dem rund 70 Zentimeter langen Tier um eine ungiftige einheimische Ringelnatter handelt. Eingekreist durch Feuerwehrleute wurde das Reptil gefangen und in einer Transportkiste vorübergehend untergebracht. ks