Anlässlich des Geburtstages von Johann Sebastian Bach spielte Stadtkantor Burkhard Ascherl in der Herz-Jesu-Stadtpfarrkirche ein Orgelkonzert zu Ehren des berühmten Leipziger Thomaskantors und ließ die Vielfalt Bach'scher Orgelmusik deutlich werden. Zu Beginn des Konzerts erlebten die zahlreichen Zuhörer den jugendlich virtuosen Bach mit dessen Toccata, Adagio und Fuge C-Dur (BWV 564). Mit viel Spielfreude und feinem Witz präsentierte Ascherl die schnellen Laufpassagen im Manual und Pedal. Klangschön mit der stimmungsvoll tönenden Vox Humana registriert, wirkte das Adagio wie ein kleines Solokonzert. Beim Choralvorspiel "Schmücke dich, o liebe Seele" aus den 18 Leipziger Chorälen zeigte der Interpret Bachs meditative Seite: ein anmutig bewegter dreistimmiger Satz bildete den Hintergrund für die ruhig geführte Melodie im Sopran. Eigentlich nur als Übungsstücke für den Sohn Wilhelm Friedemann komponiert, zählen Bachs Trio-Sonaten zu wahren Schätzen der barocken Kammermusik.

In der Trio-Sonate III d-Moll stellte Ascherl durch klare Artikulation und feinsinniges Nachzeichnen der musikalischen Linien ausgesprochen elegant die drei Sätze dar. Die farbliche Gestaltung mit den Mitteln, die eine große Orgel bietet, war vielseitig und transparent.

Hauptwerk des Abends war Präludium und Fuge Es-Dur (BWV 552). Bach komponierte die glänzend strahlende Festmusik unter dem Einfluss der französischen Ouvertüre. In der Fuge - auch als Dreifaltigkeits-Fuge bekannt - arbeitete der Interpret das ruhige Thema des ersten Teils "Gott Vater", das bewegte zweite Thema "Gott Sohn, der vom Himmel herabsteigt" und das mitreißende dritte Thema "Gott Heiliger Geist" klar heraus. Die Kombination aller drei Themen im letzten Teil geriet zum krönenden Abschluss des ganzen Konzerts. Für den lang anhaltenden Schlussapplaus bedankte sich Ascherl mit dem Arioso der Cello-Suite in einer Orgeltranskription von Virgil Fox. red