In der Musikszene und bei den Freien Wählern hat sich Konrad Fischer Andreassohn einen Namen gemacht, er ist eine "Hausnummer", wie man in Franken zu sagen pflegt. Am Sonntag beging er seinen 70. Geburtstag - coronabedingt nur im kleinen Kreis.

Seine Herkunft kann der nach wie vor umtriebige Jubilar nicht verleugnen, als waschechter Friesener bringt er seinen "Gronicher Dialeggd" ab und zu noch gern zum Ausdruck. Nach seinem Fachabitur war für den jungen Conny sehr schnell klar, dass er nicht in den elterlichen Baustoffgroßhandel einsteigen wollte. Er begann vielmehr ein Studium an der Musikhochschule in Nürnberg, dem ein Lehramtsstudium folgte. 1973 kam Fischer an die Carl-von-Linde- Realschule in Kulmbach und unterrichtete hier bis zu seiner Pensionierung die Fächer Musik, Technisches Zeichnen und später Informationstechnologie.

Leidenschaftlicher Musiker

Als Musiklehrer konnte er natürlich seine Leidenschaft für die Musik einbringen. An der Realschule gründete Fischer Andreassohn das Carl-von-Linde-Orchester, von 1973 bis 2009 war er dessen Manager und Dirigent.

Die Musik hatte schon in seiner Friesener Großfamilie eine dominante Rolle gespielt. Aber auch der Fußball lässt ihn nicht los, und so besucht er nahezu alle Heimspiele seines Heimatvereins SV Friesen, der seine Unterstützung auch schon mehrfach gewürdigt hat.

Eigentlich wollte Konrad Fischer Andreassohn seinen Geburtstag mit einer Jazz-Matinee mit seinen Musikfreunden aus Thüringen, Sachsen und Franken feiern, doch aufgeschoben ist für ihn nicht aufgehoben.

Dass er mit seinen Aussagen vor allem zur Kommunalpolitik nicht immer nur Freunde auf seiner Seite hat, weiß der Jubilar selbst, aber er fügt gleich hinzu: "Wer es mit mir kann, der passt in die Welt. Das sind Leute, die vertragen manchmal auch Kritik."

Die "Old Beertown Jazzband" ist "mein Leben", wie Konrad Fischer Andreassohn mit berechtigtem Stolz vermerkt. Er hat mitgeholfen, vor nunmehr 36 Jahren ein Ensemble zu gründen, das mit den legendären "Moonlight Serenaden" und gemeinsam mit der "Semper-House-Band" aus Dresden Tausende von Jazz-Freunden begeisterte. Er war und ist der "Macher und Motor" dieser Konzertreihe.

2012 erhielten die Musiker für ihre großartigen Leistungen den Kulturpreis der Kulmbacher Serviceclubs. Und Fischer Andreassohn ist nicht nur der Bandleader, sondern auch Moderator, Sänger und Kontrabassist der mittlerweile weit gereisten Gruppe. Unter anderem war die "Old Beertown Jazzband" 2015 sogar zum größten Jazz-Festival Europas nach Dresden eingeladen.

Unterstützt hat der Jubilar von Anfang an die Partnerschaft der Stadt Kulmbach mit der österreichischen Stadt Rust. Und ein großer Helfer war der Jubilar beim allerersten Landratswahlkampf von Klaus Peter Söllner. "Damals war die Wahlwerbung ja noch ganz anders, da waren an einem Abend manchmal drei oder gar vier Wahlversammlungen, und die hat er mit Klaus Zahner organisatorisch hervorragend gemeistert", erinnert sich der Landrat. "Für mich war er auch bei den folgenden Wahlen immer ein erster Ansprechpartner und dafür bin ich ihm auch sehr dankbar."

Für die Freien Wähler würdigte Kreisvorsitzender MdL Rainer Ludwig die Verdienste Fischer Andreassohns. So habe der Jubilar mitgeholfen, 1990 den Ortsverband Fölschnitz aus der Taufe zu heben. Schließlich war der Jubilar von 1996 bis 2017 Kreisgeschäftsführer der Freien Wähler und erhielt für seine Verdienste die Ehrennadel in Gold.

Mitglied und Funktionsträger war Fischer Andreassohn auch beim Gartenbauverein Fölschnitz-Kauerndorf, beim Gesangverein Fölschnitz und bei der Feuerwehr Fölschnitz.

Die Gratulanten

Neben Landrat Klaus Peter Söllner gratulierten von kommunalpolitischer Ebene noch stellvertretender Landrat Dieter Schaar, Bürgermeisterin Anita Sack, FW-Ortsvorsitzender Reinhard Kortschack und der Grafengehaiger Bürgermeister Werner Burger. Werner Reißaus