von unserem Mitarbeiter Mathias Erlwein

Kreis Forchheim — Eggolsheim, Buttenheim, Altendorf und Hallerndorf sind Nachbargemeinden in den Landkreisen Forchheim und Bamberg und haben sich bereits vor über fünf Jahrzehnten in einem Zweckverband zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Trinkwasserversorgung aufzubauen. Ein großes Projekt mit Weitblick.
2013 feierte man das 50. Jubiläum des Wasserzweckverbandes mit einem großen Fest. Jetzt wollen die Kommunen noch näher zusammenrücken: Interkommunale Zusammenarbeit heißt die zukunftsweisende Strategie.
Nachdem in allen vier politischen Gremien das Bestreben einer interkommunalen Zusammenarbeit nach den Vorgaben des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) beschlossen worden war, bildeten die jeweiligen Gemeinden ein eigenes Gremium, bestehend aus jeweils sechs Vertretern. Diese kamen nun in Klosterlangheim (Lichtenfels) zu einer zweitägigen Tagung zusammen.
"Es ging darum, Schwerpunktthemen zu setzen, die wir künftig gemeinsam anpacken wollen", ließen die vier Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB/Marktgemeinde Eggolsheim), Karl-Heinz Wagner (CSU/Gemeinde Altendorf), Michael Karmann (CSU/Marktgemeinde Buttenheim) und Torsten Gunselmann (FWG/Gemeinde Hallerndorf) verlauten.
Der Ausbau von Rad- und Wirtschaftswegen, Konzepte für ein gemeinsames Marketing im Bereich Tourismus/Naherholung, die Schulstandorte, ein landkreisübergreifender öffentlicher Personennahverkehr, die Nutzung erneuerbarer Energien, Gesundheit und die Sicherstellung der medizinischen Versorgung sowie Betreuung im Alter - die Liste der Themen war lang.
Ein gemeinsames Planungsbüro soll die Umsetzung der Wünsche in den einzelnen Ratsgremien vorstellen und auch zukünftig die Gemeinden in der Umsetzung ihrer Ziele begleiten, lautet der Wunsch der vier Gemeindeoberhäupter. Auch ein Vitalitätscheck, der zu 100 Prozent bezuschusst wird, soll durchgeführt werden mit dem Ziel, die Leerstände sowie die Entwicklungspotenziale in den Ortschaften aufzudecken und zu visualisieren.
Die vier Bürgermeister sind sich einig, dass durch die Ausarbeitung eines Integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) die Potenziale in ihren Kommunen besser verwirklicht werden können. "Wir sollten die Synergieeffekte nutzen und mit den Nachbarkommunen partnerschaftlich zum Wohl der Bürger zusammenarbeiten", sagt Torsten Gunselmann.

Höhere Zuschüsse

Zudem stehen bei der Realisierung gemeinsamer Projekte im Rahmen der Kooperationen höhere Zuschusssätze in Aussicht. Das Ziel soll sein, sich als gleichwertige Partner und nicht nur als Konkurrenten zu sehen. Zusammenarbeit sei das Schlüsselwort für eine langfristige Sicherung der Eigenständigkeit und Zukunftsfähigkeit jeder einzelner Gemeinde, so die Einschätzung der Bürgermeister.