Forchheim — Die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten sorgte bundesweit für Diskussionen. Weil der FDP-Mann in Erfurt mit Stimmen der AfD gewählt wurde, kritisierten viele die Liberalen. "Sich mit den Stimmen der AfD wählen zu lassen, ist sicher nicht glücklich gelaufen und das lehne ich auch ab", betont der Forchheimer FDP-Kreisvorsitzende und bayerische Landtagsabgeordnete Sebastian Körber auf Nachfrage des FT.

Absurde Vorwürfe

Körber kennt Thomas Kemmerich als Vorsitzenden des Bundesverbandes "Liberaler Mittelstand" und hat mit ihm auf FDP-Parteitagen gesprochen. "Er ist sicherlich alles andere als rechts", bekräftigt Körber. Derartige Vorwürfe gegen seinen Parteikollegen Kemmerich, der nach der Wahl in die Kritik geraten ist, nennt Körber "völlig absurd".

Der FDP-Landtagsabgeordnete aus Forchheim räumt jedoch ein: Thomas Kemmerich habe die Situation nach der Wahl - wie schwierig es werde, eine Regierung zu bilden - "nicht ganz umrissen". Körber meint: "Er hätte die Wahl wohl ablehnen müssen." Der SPD und den Grünen wirft Körber vor, dass sie sich nun einen "schlanken Fuß" machten, wenn sie nicht mit Kemmerich zusammenarbeiten wollen. Nun seien Neuwahlen in Thüringen sinnvoll. "Die Wahl ist sicherlich PR-mäßig für die FDP nicht gut gelaufen", gibt Körber zu. Für die anstehende Kommunalwahl in Bayern am 15. März gebe die "Kommunikationsweise sicherlich keinen Rückenwind". Befürchtungen, dass sich der Wahl-Eklat negativ auf den Wahlkampf der Liberalen in Bayern auswirkt, hat der Forchheimer FDP-Kreisverbandsvorsitzende nicht. Bei der Kommunalwahl gehe es um die Leistungsbilanz der Lokalpolitiker vor Ort.

"Wähler klug genug, zu bewerten"

"Es geht um die lokale Themen", betont Körber. "Die Wähler im Landkreis Forchheim sind klug genug, das richtig zu bewerten." Den Mitbewerbern wirft er vor, die Thüringer Wahl zu benutzen, um die FDP in eine rechte Ecke rücken.

"Gegenüber der AfD besteht so eine große Brandmauer, die ist unüberwindbar", betont Körber. Am Donnerstag habe er Mitglieder der AfD wieder im im bayerischen Landtag erlebt. Und Körber bekräftigt: Die FDP werde niemals mit der AfD zusammenarbeiten.