Das gab es in der langen Geschichte der Gemeinde Ködnitz noch nie: Am Einlass zum Sitzungssaal in der SKC-Sportstätte Fölschnitz, standen zwei Security-Kräfte der Gemeinde, um die Besucher zu erfassen, denn mehr als 50 Personen waren coronabedingt nicht zugelassen. Hermann Popp signalisierte Bürgermeisterin Anita Sack (FW) pünktlich zum Sitzungsbeginn: "48, zwei können noch kommen!" Das große Interesse lag vor allem an der angekündigten Vorstellung der Plassenburg-Erschließung über den Buchwald (siehe Seite 15).

Zu Beginn der Sitzung beantragte Heinz Mösch (CSU), die Beratung der Bauanträge der Kulmbacher Adalbert-Raps-Stiftung zu vertagen. Der Grund: Ein Schreiben der Bürger von Heinersreuth vom 6. März 2020 sei bislang noch nicht behandelt worden. Anita Sack (FW) gab zu verstehen, dass es ausschließlich um drei Bauvorhaben gehe, denen auch die Grundstücksnachbarn zugestimmt hätten. Die noch offenen Fragen hinsichtlich eines Weges, der Nutzung der gemeindlichen Fläche als Parkplatz und der Festlegung der Ruhezeit würden, wie Sandra Schmidt von der Bauabteilung feststellte, das gemeindliche Einvernehmen nicht beeinträchtigen.

Das ist geplant

Im Einzelnen waren es folgende Bauanträge, die das Gremium jeweils gegen die Stimme von Heinz Mösch befürwortete: Ausbau des Dachgeschosses eines Hofhauses und des dazugehörigen Austragungshäuschens zu Büroräumen; Ausbau der Scheune; Anbau einer Küche und eines Lagerhauses mit WC-Anlage; Neubau von Gästezimmern in sogenannten "Tiny-Houses" auf den Grundstücken der Adalbert-Raps-Stiftung in Heinersreuth.

Sowohl Architekt Veit Huber als auch Isabell Böhm von der Stiftung machten deutlich, dass es einen kreativen Austausch mit den anliegenden Grundstückseigentümern gegeben habe und alle Anregungen in der Planung berücksichtigt wurden. "Es wird was richtig Schönes entstehen. Es ist eine Riesenchance, die wir mit der Gemeinde auch nutzen wollen", sagte Huber.

Reinhard Kortschack (FW) sprach von einer "Bereicherung für Heinersreuth und die ganze Gemeinde".

"Grünes Licht" gab der Gemeinderat noch für den Bau eines Carports, die Errichtung von vier Dachgauben und einen Dachgeschossausbau in der Gemarkung Ködnitz.

Die Gefährdungsbetrachtung für Siedlungen an Gewässern im Gebiet der integrierten Entwicklungsachse (Ile) "Fränkisches Markgrafen- und Bischofsland" vergab das Gremium an das Büro IFG Management aus Gera zum Preis von 18 500 Euro. Ködnitz ist Leitkommune bei diesem Projekt.

Ablehnend steht der Gemeinderat künftig Anfragen zu Photovoltaikanlagen auf Freiflächengegenüber. Dazu verlas Anita Sack ein Schreiben ihres Vorgängers Stephan Heckel-Michel, der sich ebenfalls klar dagegen ausgesprochen hatte.

Der SKC Fölschnitz hatte um eine finanzielle Unterstützung für die Sanierung der Kegelbahn gebeten. Das Gremium bewilligte 6625 Euro, das sind 25 Prozent der Materialkosten.

Bürgermeisterin Anita Sack gab bekannt, dass die Firma Rädlinger mit dem Bau des Regenrückhaltebeckens am Ortseingang von Kauerndorf begonnen hat. Mit dem Becken rücke der erste Bauabschnitt der Ortsumfahrung von Kauerndorf näher. Das Staatliche Bauamt Bayreuth hatte ferner mitgeteilt, dass die Grundabtretungen für dieses Großprojekt "zu 90 Prozent einvernehmlich abgeschlossen" werden konnten. Der Bau beginn sei für Ende 2022 geplant.