Martin Schweiger Knetzgau ist ein beliebter Wohnort. 50 bis 60 Personen stünden auf einer Warteliste als Anwärter auf eine Wohneinheit im Neubaugebiet "Höret II", sagte Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) während der Gemeinderatssitzung am Montagabend im Pfarrsaal.

Um allen Interessenten eine Unterkunft bieten zu können, soll das Neubaugebiet nicht wie sonst üblich mit platzschluckenden Einfamilienhäusern bebaut werden. Vielmehr sollen in verschiedenen Bauformen 57 bis 60 Wohneinheiten entstehen.

Mehrere Varianten

Claudia Roschlau vom Planungsbüro BaurConsult aus Haßfurt erläuterte drei unterschiedliche Konzepte. Allen gemeinsam ist ein Mix aus Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern und Bungalows. Die eingeschossigen, barrierefreien Bungalows sollen im Norden des Geländes mit begrünten Flachdächern als Übergang zur Landschaft gebaut werden. In der Mitte sind die Einfamilienhäuser angesiedelt. Sie unterscheiden sich in alleinstehende Anwesen und Reihenhäuser, jeweils mit einer Garage. Im Süden sollen die zweigeschossigen Mehrfamilienhäuser mit jeweils vier Wohneinheiten entstehen.

Möglich ist der Aufbau eines "Staffelgeschosses" mit einer fünften Wohneinheit. Das "Staffelgeschoss" ist zurückgesetzt, so dass die Fassade unterbrochen ist. Ebenfalls im Süden ist ein Parkplatz mit 50 Stellplätzen geplant.

Die zweite Variante sieht zwei Mehrfamilienhäuser mehr vor. In der dritten Variante sind die Reihenhäuser in der Mitte mit begrünten Flachdächern ausgestattet. Gärten und Grünflächen um die Häuser sind bewusst klein gehalten, da viele Interessenten keinen großen Garten wünschen. Dafür soll in der Mitte des Areals eine große Grünfläche entstehen, die von allen Bewohnern gemeinschaftlich genutzt werden kann, beispielsweise als Spielplatz für Kinder oder gemeinsame Aktivitäten wie das Anbauen von Gemüse oder als Treffpunkt.

Durch das Neubaugebiet soll eine insgesamt neun Meter breite Straße führen. Davon sind zwei Meter für Fußgänger und zwei Meter für Fahrradfahrer reserviert.

Energiefragen

Beheizt werden könnte das Areal mit einer Kalt-Wärme-Versorgung, die Alexander Wolf von der Überlandzentrale Mainfranken vorstellte. Dabei handelt es sich um Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdsonden, die rund 70 Meter in den Boden versenkt werden (Geothermie). Da mehr als 75 Prozent der Heizwärme kostenlos durch die Umwelt geliefert würden, entstünden die geringsten Betriebskosten unter den verfügbaren Heizsystemen, so Wolf. Gleichzeitig könne mit der Erdsonde im Sommer auch gekühlt werden. Weitere Vorteile seien geringe Geräusche und ein geringer Wartungsaufwand. Ein Nachteil seien die hohen Anschaffungskosten, die derzeit jedoch stark durch den Staat gefördert werden, wie er darstellte.

Bei der anschließenden Diskussion wurde die Breite der Geh-, Fahrradwege und Straße bemängelt, da dadurch viel Fläche versiegelt würde. Statt die Straße zu unterteilen, sollte eine einheitliche Fläche für alle Benutzer in einer verkehrsberuhigten Zone entstehen, hieß es.

Ein weiterer Kritikpunkt war die gemeinschaftliche Grünfläche, die besser auf die Gesamtfläche verteilt werden sollte. Der Gemeinderat wird in einer der nächsten Sitzungen über die endgültige Gestaltung des Neubaugebiets beraten.

Ernennung

Posthum einstimmig zum Ehrenbürger gewählt wurde der vor kurzem im Alter von 69 Jahren verstorbene Heinrich Düring. Paulus würdigte Düring als engagierten und angesehenen Bürger, der auf vielfältige Weise zum Wohl der Gemeinde gewirkt habe. Unter anderem war er stellvertretender Bürgermeister und viele Jahre Mitglied des Gemeinderats. Neben Leo Maag ist Düring der zweite Ehrenbürger der Gemeinde Knetzgau.

Die Gemeinde Sand will zusammen mit der GUT Haßberge nördlich der Maintalautobahn eine Photovoltaikanlage errichten, die teilweise auf dem Gemeindegebiet von Knetzgau liegt. Paulus sagte, es solle zunächst Klarheit über Bedingungen geschaffen werden, die für oder gegen die Errichtung einer solchen Anlage sprechen. In einer der nächsten Sitzungen soll darüber entschieden werden.