Christiane Reuther Laut Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) möchte man seitens der Gemeinde Knetzgau ein Signal setzen und die Bürger animieren, die Altorte zu erhalten und attraktiv zu gestalten. Die Gemeinde nimmt dafür Geld in die Hand, das vorbehaltlich im Haushaltsplan zur Verfügung steht. Nach einer Diskussionsrunde war sich der Gemeinderat einig, dass das Förderprogramm am 1. Oktober in Kraft treten soll.

Gefördert wird der Abbruch leer stehender oder von Leerstand bedrohter Gebäude, die vor 1960 errichtet wurden, um an gleicher Stelle ein neues Wohngebäude zu bauen. Außerdem werden Sanierungsmaßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden gefördert, wenn diese leer stehen oder von Leerstand bedroht sind. Das Objekt muss in der Denkmalliste des Landkreises Haßberge stehen.

Die Förderhöhe beträgt bei Baukosten von mindestens 100 000 Euro pauschal 20 000 Euro. Der Zuschuss erhöht sich pauschal um 1500 Euro für jedes minderjährige Kind, das zum Zeitpunkt der Fertigstellung im Haushalt lebt. Weitere Informationen zum Förderprogramm gibt es im Knetzgauer Rathaus.

Fachkraft Informationssicherheit

Die Informationssicherheit auf Ebene des Konzeptes der integrierten ländlichen Entwicklung war ein wichtiges Thema der Gemeinderatssitzung. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit haben sich die Bürgermeister und EDV-Verantwortlichen der Gemeinden Knetzgau, Oberaurach, Sand, Ebelsbach, Kirchlauter, Breitbrunn und Stettfeld entschlossen, die Aufgaben zur Sicherstellung der Informationssicherheit gemeinschaftlich zu organisieren. Dies sei zwingend nötig, wie Bürgermeister Paulus dem Gremium unterbreitete, da die Kommunen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit und ihres Know-hows stießen.

Nach dem Entwurf der Zweckvereinbarung sind das Projekt und die zu besetzende Stelle zunächst auf fünf Jahre befristet. Die Finanzierung erfolgt durch die teilnehmenden Kommunen. Die Sach- und Personalkosten belaufen sich jährlich auf 80 000 Euro. Der Freistaat Bayern fördert die Maßnahme mit einmalig 90 000 Euro. Das von jeder Kommune darüber hinaus aufzubringende Budget wird anteilig nach Anzahl der Einwohner ermittelt und aufgeteilt. Knetzgau müsste jährlich 19 000 Euro aufbringen. Die Anteile der anderen Kommunen bewegen sich zwischen 3100 und 12 000 Euro.

Für Knetzgau bestünden kurze Wege, sagte Paulus, da man die Projektleitung übernehme. Die Personalhoheit über die Fachkraft und die Berechnung der Kostenverteilung obliege der Gemeinde Knetzgau. Der Arbeitsplatz werde aus organisatorischen Gründen im Alten Rathaus in Knetzgau eingerichtet.

Paulus bemerkte, dass die Bedeutung der Informationssicherheit weiter und ganz schnell zunehmen werde. In der vergangenen Woche erst habe ein Verschlüsselungsvirus in einer Nachbargemeinde zugeschlagen. Nur durch kompetentes und schnelles Eingreifen sei größerer Schaden verhindert worden. Paulus lobte Kämmerer Marco Depner, der in EDV-Angelegenheiten sehr bewandert sei. Es gebe aber in keinem Rathaus der ILE-Mitgliedsgemeinden einen Systemtechniker, der über die Erstellung des Konzeptes hinaus die daraus resultierenden Maßnahmen, seien es bauliche, technische oder rechtliche Erfordernisse, umsetzen könne. Deshalb müsse man sich an die vom Gesetzgeber vorgegebene Frist halten, die am 1. Januar 2019 beginne. Mit drei Gegenstimmen zeigte sich der Gemeinderat mit der Umsetzung des Projektes einverstanden.

Bebauungsplan gebilligt

Ferner fasste der Gemeinderat den Billigungs- und Auslegungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für eine Photovoltaikanlage in der Gemarkung Knetzgau.