von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Ebensfeld — Eva freut sich auf ihr Zeugnis, Benjamin auch und Luka ist fest davon überzeugt, dass er nur Einser und Zweier mit nach Hause nehmen wird. 24 Mädchen und Jungen der Klasse 2b an der Pater-Lunkenbein-Schule in Ebensfeld haben gestern den großen Moment entgegengefiebert. Für die zweite Jahrgangsstufe war es das erste Zeugnis mit "richtigen" Noten, davor gab es nur eine Beurteilung in Textform.
Klassenlehrerin Sandra Roensch macht aus der Zeugnisübergabe ein kleines Fest. Informationen an die Eltern werden verteilt und die letzten Urkunden des Schuljahres ausgegeben. Zudem gibt es eine Runde Süßigkeiten. "Auch wenn eine Note dabei ist, die vielleicht nicht den Erwartungen entspricht, ist das kein Grund, dass die Eltern schimpfen", sagt Roensch.

"Klopapier mit Schlagsahne"

Irgendwann im Schuljahr tauchte im Zusammenhang mit dem Zeugnis der Begriff "Klopapier mit Schlagsahne" auf. Eine Umschreibung, die den Kindern gut gefiel. Bei der Übergabe der Zeugnisse erhält wer möchte, einen Klecks Sahne in den Mund gesprüht. Mit ihren Zeugnissen sind die meisten Kinder sehr zufrieden. Viele freuen sich über ein "sehr gut" und "gut". Ein Junge hingegen ist froh, dass kein "mangelhaft" oder gar "ungenügend" drinsteht.
Von ihrer Lehrerin erhalten die Zweitklässler zum Abschied einen Bleistift für ihren Start in die dritte Jahrgangsstufe. Im kommenden Schuljahr wird Sandra Roensch wieder eine erste Klasse unterrichten. Freuen sich alle Schüler auf die beginnenden Ferien? Viele antworten uneingeschränkt mit einem lautstarken Ja. Nur Benjamin nicht. "Ich gehe lieber in die Schule", sagt er.

"Tschüss" Grundschule

Im Schulhaus in Ebensfeld erhielten gestern 260 Schüler ihre Zeugnisse. "Die Klasse 4b sagt der Grundschule Tschüss", ist auf einer Tafel in der Aula des Schulgebäudes zu lesen. Mit dieser kleinen Botschaft möchten sich die Mädchen und Jungen verabschieden, "weil wir alle von der Grundschule gehen", erklärt Maxima fröhlich. Einige aus ihrer Klasse werden auf weiterführende Schulen gehen, andere wechseln auf die Mittelschule, ergänzt Pascal. Im kommenden Schuljahr finden sie sich in neuen Klassenzusammensetzungen an Realschule und Gymnasium wieder. "Der Abschied tut ein bisschen weh", sagt Pascal und ergänzt, "weil wir Freunde geworden sind."
Aus der vierten Jahrgangsstufe wechseln 35 Schüler an die weiterführenden Schulen, 14 an die Mittelschule. Zum Schuljahresende haben die Eltern noch ein schönes Fest organisiert, mit einer Andacht in der Veitsberg-Kapelle und anschließender Feier in Dittersbrunn.
Die Schüler sollen jetzt erst einmal ihre Ferien genießen und ausspannen, rät Schulleiter Jürgen Jäger. "Das haben sie sich verdient." Über schlechte Noten schimpfen nutzt seiner Meinung nach überhaupt nichts. "Die Kinder sollen zum Lernen animiert werden, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist."

Erst im September wieder lernen

Der August soll, so der Schulleiter, der Erholung gehören. Erst gegen Ende der Ferien sollten die Schüler, die in bestimmten Fächern Defizite aufweisen, sich wieder mit dem Thema Lernen beschäftigen. Beispielsweise wenn sie Schwierigkeiten mit Bruchrechnungen haben, oder mit Gleichungen. "Und das 1 x 1 zu wiederholen kann auch nicht schaden", findet Jäger.
Nach der Zeugnisübergabe stürmten die Schüler ein letztes Mal aus dem Schulgebäude. Zuvor haben sie alle Tische und Stühle in die Flure geräumt. In den Ferien beginnt in den Klassenzimmern ein Großputz.