"Das gibt es nicht mehr oft, dass Wehren sich eine neue Fahne leisten", sagte Kreisbrandrat Stefan Härtlein voller Hochachtung vor der kleinen Feuerwehr Wüstenbuchau/Bechtelsreuth. Hatte sich doch diese zum zehnjährigen Bestehen ihres in Eigenleistung gebauten Feuerwehrhauses eine neue Fahne geleistet. Und dieses schmucke Aushängeschild wurde im Rahmen eines großen Festaktes mit zahlreichen Ehrengästen und benachbarten Wehren erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die katholische Pastoralreferentin Bärbel Janzing verlieh der neuen Fahne bei einem ökumenischen Gottesdienst, den sie gemeinsam der Buchauerin Claudia Jobst hielt, den Segen Gottes.
Für Gemeinderat und Feuerwehr-Vorsitzenden Markus Oppelt ist die Fahne ein Zeichen dafür, "dass unsere Wehr lebt". Zunächst hätte man überlegt, die bereits 56 Jahre alte Fahne restaurieren zu lassen. "Doch letztlich haben wir uns dafür entschieden, sie im Urzustand zu bewahren und dafür eine neue anzuschaffen", sagte Oppelt. Mit selbst gezeichneten Entwürfen wandten sich die Wüstenbuchauer und Bechtelsreuther an die Firma AWF Stickerei in Mannsflur, deren Chefin Birgit Rodler sich bei der Einweihung an eine "sehr intensive und angenehme Zusammenarbeit" erinnerte.
Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. Auf der Vorderseite sind das neue Wüstenbuchauer Feuerwehrhaus, der Dorfbrunnen und der historische Bechtelsreuther Widder von 1907, eine wassergetriebene Pumpe, abgebildet. Auf der Rückseite der heilige St. Florian, umrahmt vom Spruch "Bereitschaft zum Mut schützt Mensch, Hab und Gut".
Der Mainleuser Bürgermeister Robert Bosch würdigte den außergewöhnlichen Zusammenhalt in der Wehr und ihre Bedeutung für die etwa 90 Einwohner zählende Dorfgemeinschaft Wüstenbuchau-Bechtelsreuth. Und Landrat Klaus Peter Söllner hob die generelle Bedeutung der Feuerwehren heraus, die oftmals in der Bevölkerung nicht entsprechend geschätzt werde.
Klaus Peter Söllner ehrte abschließend verdiente Mitglieder der Wehr. Harald und Günther Weber, Sabine Birk sowie Jürgen und Thomas Friedlein erhielten für 25-jährige aktive Dienstzeit Ehrengaben des bayerischen Innenministers. cs