13 Bürger aus Rothwind und Fassoldshof meldeten sich in der Bürgerversammlung zu Wort - und alle sprachen sich gegen die geplante Umgehung aus.

Daniela Somieski befürchtet Lärm und eine Wertminderung ihres Anwesens, wenn eine Brücke vor ihrem Haus im Mühlweg errichtet wird. Sie kritisierte den Gemeinderat, der es nicht für nötig befunden habe, auf die Bürger zuzugehen, als er 2010 dem Bau der Umgehung zugestimmt hatte. Dem entgegnete Bürgermeister Robert Bosch (CSU), dass es damals keinen Widerspruch gegeben habe. "Der Rat war der Auffassung, die Umgehung ist gewollt."

Spargelbauer Matthias Stenglein äußerte zwar Verständnis für die Nachbarn aus Mainroth, sprach aber von einem "undurchdachten, sinnlosen Flächenverbrauch". Die Bürger in Rothwind/Fassoldshof hätten sich mit der Straßenführung arrangiert, die Geschäfte würden profitieren. In Rothwind gebe es mittlerweile "keine Handvoll Befürworter mehr", sagte er und bekam dafür Applaus.

Was ist, wenn jemand Grund, der für den Bau der Umgehung nötig ist, nicht verkaufen will, wollte Steffen Hühnlein wissen. Hier erklärte Kurt Schnabel, der Leiter des Straßenbauamts Bayreuth, dass in der Regel Grundstücksverhandlungen einvernehmlich enden. Sollte das im Einzelfall nicht funktionieren, so stelle der Planfeststellungsbeschluss eine enteignungsrechtliche Grundlage dar. "Das kommt aber sehr selten vor."

Daniela Weiß-Schultheis appellierte an den Gemeinderat: "Stimmt nicht für die Umgehung. Wir benötigen sie nicht." Das sah Bürgermeister Bosch als "eine klare Botschaft an uns".

Nach Ansicht von Dietmar Laude braucht Mainroth die Umgehung ("Die Situation dort ist brutal"), aber nicht Rothwind und Fassoldshof. Hier seien nur fünf bis sechs Anwesen vom Verkehr betroffen. Einer der Betroffenen ist René Schulz. "Das ist schlimm, aber wir kennen es nicht anders", erklärte er. Er wünsche sich zwar die Umgehung, aber nicht auf Kosten anderer. "Also muss ich auch dagegen sprechen."

Stefanie Weiß äußerte den Verdacht, dass es sich bei dem Vorhaben um ein Prestigeprojekt von Bundestagsabgeordneter Emmi Zeulner (CSU) handelt. "Auf ihrer Facebook-Seite standen mal Gegenstimmen, die wurden gelöscht."

Stephan Heinlein zeigte sich verwundert, dass es keine Alternativen gibt. "Wenn ich ein Projekt plane, muss ich doch mehrere Lösungen vorschlagen."

Nur einer war am diesem Abend für die Umgehung: Stefan Marr aus Mainroth, dem die Versammlung Rederecht erteilte. Er zeigte die Belastung aus seiner Sicht auf, klagte über hohe Geschwindigkeiten und einen deutlich gestiegenen Schwerlastverkehr. JG