Die goldene Kirchturmkugel von Hellmitzheim leuchtet wieder

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Die frisch vergoldete Turmkugel wird vorsichtig auf die Turmspitze der Hellmitzheimer Kirche gesteckt.
Gerhard Krämer
Unter den Augen von Bürgermeister Dieter Lenzer (links), Bauleiter Jens Tietze und Pfarrerin Christine Kern wird die Turmkugel auf der Turmspitze montiert.
Gerhard Krämer
Rainer Ott (rechts) verlötete zusammen mit Dominik Rupprecht die Zeitkapsel.
Gerhard Krämer

Die Außensanierung der Hellmitzheimer Kirche ist bald abgeschlossen. Jetzt montierten Handwerker in einer Feierstunde wieder die Kirchturmkugel, ...

Die Außensanierung der Hellmitzheimer Kirche ist bald abgeschlossen. Jetzt montierten Handwerker in einer Feierstunde wieder die Kirchturmkugel, den sogenannten Turmknopf, und die Wetterfahne. In der Kugel befindet sich nun auch eine Zeitkapsel.

Der Kirchturm gehört der politischen Gemeinde und damit der Stadt Iphofen. 2020 sei der Beschluss im Stadtrat gefallen, den Kirchturm zu sanieren und die erkannten Holzschäden zu reparieren, erinnerte Bürgermeister Dieter Lenzer. Zum Glück habe sich herausgestellt, dass es nicht der Hausschwamm, sondern ein anderer Pilz war, der den Dachstuhl befallen hatte. Mit der Planung sei das Architekturbüro Jürgen Hertel aus Kitzingen beauftragt worden. Die Tragwerksuntersuchung machte das Ingenieurbüro Stefan Dinkel aus Volkach.

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Immer mehr Schäden entdeckt

In enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege, dem Landratsamt Kitzingen und dem Iphöfer Bauamtsleiter Matthias Kurth konnten die Arbeiten beginnen. Rücksicht genommen worden sei bei den Arbeiten auf die Fledermäuse und die Falken. So seien die Arbeiten mit der Sanierung des Glockenjochs der Großen Glocke im Juni dieses Jahres gestartet. Erst nachdem der Falkennachwuchs ausgeflogen sei, sei das Turm- und Fassadengerüst Ende August aufgestellt worden, berichtete Lenzer.

Als bei den Arbeiten Schäden an der Sakristei entdeckt worden seien, habe man diese auch beseitigt. Ebenso seien weitere, notwendig gewordene Arbeiten ohne Probleme ausgeführt worden, sagte der Bürgermeister. Was noch fehle sei der Blitzschutz, der noch montiert werde.

Die Kosten für die Stadt beliefen sich insgesamt auf 310.000 Euro. Geschätzt waren etwa 355.000 Euro. Bis zum ersten Advent werde das Gerüst abgebaut sein, versprach Bauleiter Jens Tietze vom Architekturbüro Hertel. Der achteckige Spitzhelm der Hellmitzheimer Dorfkirche ist mit neuem Schiefer verkleidet. Die frisch vergoldete Kugel mit der Wetterfahne leuchtet nun wieder weit sichtbar in der Hellmitzheimer Bucht.

Zeitkapsel enthält auch Mundschutz und Schnelltest

Erstmals kam eine Zeitkapsel mit verschiedenen Dokumenten in die Turmkugel. Diese beinhaltet laut Pfarrerin Christine Kern aktuelle Tageszeitungen, einen Satz Euromünzen, Broschüren über den Ort sowie regionale Internetadressen und Visitenkarten, Fotos vom Wiederaufbau der Kirche, Fotos von Pflanzen und Tieren sowie einen Mundschutz und einen Schnelltest.

Sie werde die Handwerker und ihre Geräusche vermissen, bekannte Pfarrerin Kern. Sie hätten hervorragende Arbeit geleistet. Diesem Lob schloss sich Bürgermeister Lenzer vor allem mit Blick auf die knapp bemessene Bauzeit an. Namentlich dankte er den Firmen Gerüstbau Wahner (Sulzfeld), Dachdeckerei Kaidel (Kitzingen), Holzbau Wittek (Fröhstockheim), Maler- und Verputzermeisterbetrieb Kolesch (Iphofen), Turmuhren und Glocken Willing (Gräfenhain) und Elektro Reichard (Kitzingen).

Zimmerermeister Heiko Wittek steckte die Zeitkapsel in die Kugel, die anschließend von den beiden Handwerkern Rainer Ott und Dominik Rupprecht von der Firma Kaidel auf der Kirchturmspitze zusammen mit der Wetterfahne montiert wurde.

Hellmitzheimer Kirche

Die Kirche wurde in den Jahren 1606/1607 erbaut und am 21. Juni 1607 eingeweiht. 1875 wurde der Kirchturm nach einem Blitzeinschlag durch einen Brand beschädigt. Beim Bombenangriff der Amerikaner wurden die Kirche und die Kirchenburg am 11. April 1945 weitgehend zerstört.
Ab 1950 wurde die zerstörte Kirche auf Initiative des Ortspfarrers Friedrich Herold wieder aufgebaut und am 30. September 1951 feierlich eingeweiht. Zuletzt wurde die Fassade 2009 verputzt und gestrichen.
Quelle: Archiv Hellmitzheim