Furchtbaren Anschuldigungen musste sich ein Höchstadter gestern vor dem Oberlandesgericht in Nürnberg stellen.

Zwischen 2017 und 2019 soll sich der heute 29-Jährige mehrmals sexuell an den minderjährigen, im Jahr 2000 und 2001 geborenen Töchtern seiner damaligen Lebensgefährtin vergangen haben. Er soll ihren Intimbereich fotografiert und gefilmt, sie dort berührt und sogar mit dem Finger penetriert haben.

Bereits 2015 soll er zudem seinen damals gerade mal achtjährigen Halbbruder zu sexuellen Handlungen wie beispielsweise Oralverkehr genötigt haben.

Er ist daher mehrerer schwerer Vergehen angeklagt, auf der Liste stehen: sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen, sexueller Übergriff, Herstellung jugendpornografischer Schriften, schwerer Missbrauch bis hin zur Vergewaltigung von Kindern - alles in mehreren Fällen. Das Eindringen in den Körper - egal ob mit dem Penis, einem Finger oder einem "Werkzeug" - gilt dabei grundsätzlich als Vergewaltigung.

Bei den Vergehen, die die heranwachsenden Opfer betreffen, war eines der Mädchen zum Teil sehr betrunken und nicht mehr Herr seiner Sinne. Manche Aufnahmen fertigte der Mann auch von den tief und fest schlafenden Mädchen an, indem er sie unbemerkt teilweise entkleidete.

Den kleinen Halbbruder soll der Angeklagte mit einer Mischung aus Drohungen und Versprechen gefügig gemacht haben.

In Adelsdorf und Höchstadt

Die Taten haben sich laut Anklage in der gemeinsamen Wohnung des Angeklagten und seiner Partnerin sowie deren Töchter in Höchstadt sowie im Falle des Jungen in Adelsdorf im Haus des gemeinsamen Vaters zugetragen.

Gestern begann die Hauptverhandlung mit der Verlesung der Anklageschrift. Der 29-Jährige gab über seinen Anwalt eine Erklärung ab: Er räumte alle Taten ein und entschuldigte sich. Damit hat er zumindest den Opfern eine Aussage vor Gericht erspart und das Verfahren beschleunigt: Ursprünglich waren drei Verhandlungstage angesetzt. So konnten aber bereits gestern, am ersten Tag, auch die Plädoyers erfolgen und ein Urteil gesprochen werden. Der 29-Jährige wurde in allen Fällen für schuldig befunden und zu einer Gesamtfreiheitsstrafe in Höhe von fünf Jahren und vier Monaten verurteilt.