In nur fünf Minuten war die Kuh vom Eis: Genau so lange dauerte die Sondersitzung des Marktgemeinderats Gößweinstein, in der es nur darum ging, zu entscheiden, in welchem der drei Kindergärten die 18 Kinder zu viel ab September betreut werden.

In den drei Kindertagesstätten St. Franziskus und Stempferhof in Gößweinstein und St. Erhard in Wichsenstein stehen 128 Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren zur Verfügung. Alle drei Einrichtungen sind voll belegt und für das kommende Kindergartenjahr schon überbelegt. Alle drei Kindergärten hatten angekündigt, die zusätzlichen Kinder aufnehmen zu wollen.

Zur Sondersitzung sollten nun alle Kindergartenleiterinnen eingeladen werden. Dazu kam es aber nicht mehr, weil sich alle in der Zwischenzeit mit Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) auf eine gemeinsame Lösung geeinigt haben. So blieb nur noch, dem Antrag auf Bedarfsanerkennung der Katholischen Kirchenstiftung Gößweinstein stattzugeben, für weitere 18 Kindergartenplätze - befristet für die Dauer von zwei Jahren - die Jugendräume im Pfarrheim als Kindergartenraum umzubauen. Die voraussichtlichen Umbaukosten werden auf 26 000 Euro geschätzt. An diesen Kosten beteiligt sich der Markt Gößweinstein zur Hälfte.

Die Planungen für die Erweiterung des St.-Franziskus-Kindergartens am Kreuzberg werden von der Kirchenstiftung nicht mehr weiterverfolgt. Dafür werden aber zusammen mit dem Johannischen Sozialwerk die Planungen für den Neubau einer Kindertagesstätte an der Badangerstraße vorangetrieben. Die dafür notwendigen vertraglichen Vereinbarungen sind bis Ende dieses Jahres im Marktgemeinderat zu verabschieden. Diesem Kompromiss stimmte der Rat einstimmig zu.

Hans Heckel (CSU) erklärte für die CSU/JUF-Fraktion, dass diese Lösung Sinn ergebe. Auch Konrad Schrüfer (FW) sprach von einer sehr guten Lösung sowohl für das Johannische Sozialwerk als auch für die Katholische Kirchenstiftung und lobte das Verhandlungsgeschick von Bürgermeister Zimmermann.

Die nachfolgende Bauausschusssitzung war noch kürzer. Ohne Diskussion stimmten die Räte der Nutzungsänderung der Jugendräume und der Nebenräume im Untergeschoss des Pfarrheims für die Unterbringung der Kinder zu.