Fanfarenbläser Gerd Ströhlein, mit offiziell 55 aktiven Jahren einer der beiden dienstältesten Spielleute beim ATSV-Zug, sagte, was wohl viele seiner Kameraden ebenso fühlten: "Ich habe keine Minute beim Spielmannszug bereut, bei keiner Probe, bei keinem Auftritt und auch nicht bei keiner anderen Gelegenheit, bei der wir zusammen waren."


Viele Langjährige

Zusammen mit Horst Schnappauf ist er zwar der Dienstälteste, aber die Liste seiner noch mitspielenden langjährigen Kameraden ist genauso beeindruckend. Zwei "Fünfzigjährige", sechs mit 45, zwei mit 35 und einen mit 30 Dienstjahren konnte die ATSV-Vereins- und Zugführung bei der Jahreshauptversammlung im Haus des Gastes neben 15 "Nachwuchskräften" ehren, die immerhin schon seit 10 bis 25 Jahren trommeln, flöten, Fanfare blasen oder schlagwerken.
Zum 60-jährigen Bestehen im Juli 2016 zeigte der Zug bei den Auftritten nahezu alte Stärke, da auch viele frühere Mitglieder, die inzwischen auswärts wohnen, zur Verstärkung angereist waren. Aber trotz immer neuen Nachwuchses, der ausgebildet wird, ist die Spielfähigkeit inzwischen durch die berufliche und schulisch-studentische Situation stark gefährdet, wie Zugführer Helmut Beetz auch im Jahresbericht feststellen musste.
Vorsitzender Christian Popp hatte es leicht, das musikalische Aushängeschild seines Vereins besonders zu würdigen. Es ist seit sechs Jahrzehnten auch einer der bekannten musikalischen Botschafter des Orts über die Landesgrenzen hinweg. Die wohl meisten Nordhalbener, die irgendwo in der Welt leben, haben den Klang ihres Spielmannszuges im Ohr, wenn sie an daheim denken. Darüber hinaus gehören die ATSV-ler mit ihren Ausbildern zu den anerkannten Trägern des Spielmannswesens auf oberfränkischer Ebene und sind der letzte traditionell spielende Zug. So wurde auch das zweitägige Jubiläumsfest des Zuges nicht nur zu einem Höhepunkt im Jahreskalender Nordhalbens, sondern ebenso zu einem Familientreffen der noch aktiven Spielleute im Bezirk.
Zum Abschluss des Ehrungsabends ließ Norbert Neugebauer das Jubiläumswochenende per Beamer auf der Großleinwand Revue passieren. Gerd Ströhlein, der natürlich weiterspielen will, so lange er kann, ist sich sicher: "Auch wer jetzt noch bei uns mitmachen will, wird später keine Minute bereuen!"
Geehrt wurden für ihre aktive und noch bestehende Mitwirkung beim ATSV-Spielmannszug für 55 Jahre Gerd Ströhlein und Horst Schnappauf, für 50 Jahre Helmut Beetz und Berthold Wunder, für 45 Jahre Manfred Wachter, Alfred Lunk, Hans-Michael Köstner, Matthias Göring, Norbert Herold und Michael Ströhlein, für 35 Jahre Dietmar Müller und Reinhold Wrobel, für 30 Jahre Jörg Schnappauf, für 25 Jahre Barbara Müller, Sonja Maier, Ulrich Kübrich und Stefanie Deckelmann, für 20 Jahre Stefan Daum, Nicole Wachter und Denise Göring, für 15 Jahre Deborah Spulak, Kevin Wunder und Paul Schreiner, für zehn Jahre Anika Daum, Fabian Wagner, Julia Schnura, Laura Müller und Dajana Ströhlein. nn