Haig — Seit über einem Jahrhundert prägt der Ortsverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) das kirchliche Leben in der Pfarrei mit. Die rührigen KAB-ler beteiligen sich an den Festen und kirchlichen Anlässen und bereichern diese mit einer Fahnenabordnung. Zudem gestalten sie Kreuzwege, Maiandachten und Rosenkränze. Seinen Mitgliedern bietet der rührige Verein viele Aktivitäten und Veranstaltungen - wie Vorträge zu interessanten Themen, Ausflüge oder Theaterbesuche, Faschings- und Adventsfeiern. Auch 2014 war das Jahresprogramm prall gefüllt, wie Vorsitzender Andreas Endes in seinem Jahresbericht ausführte.
Dem engagierten Ortsverband zollte Adelheid Kotschenreuther namens des KAB-Kreisverbands viel Lob. Die stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende gab einen Überblick über die Veranstaltungen auf Kreis- und Diözesanebene. "Nachhaltig Leben und Arbeiten" - mit diesem Leitsatz setze sich, so Kotschenreuther, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Deutschlands bereits seit 2011 inhaltlich auseinander. Auch heuer setze man im KAB-Kreisverband Kronach-Hof mit dem thematischen Schwerpunkt "Gut wirtschaften" einen weiteren wichtigen Akzent in der Beschäftigung und Umsetzung dieses Leitthemas. "Gut wirtschaften bedeutet für die KAB, dass ökologische, soziale und ökonomische Ziele gleichzeitig und gleichberechtigt umgesetzt werden müssen. Im Mittelpunkt allen wirtschaftlichen Handelns stehen der Mensch und der Erhalt der Schöpfung", forderte sie. Dabei sei der Markt kein Zweck an sich, sondern Mittel zum Zweck, das Überleben aller Menschen zu sichern, alle mit den notwendigen Waren und Dienstleistungen zu versorgen und dabei gleichzeitig die natürlichen Ressourcen zu schonen.
Die Verbraucher forderten eine Agrarwende. Das Problem sei komplex, die Landwirte nicht unbedingt nur die Verursacher, sondern auch Opfer einer Wirtschaftsweise in der Nahrungsmittelproduktion, die nicht die Konsumenten, sondern den Profit im Blick habe. Schnelle Lösungen seien nicht in Sicht. "Aber es bedarf dringend der Information und Aufklärung sowie der Schaffung von Transparenz. Überlegen wir uns als Konsumenten also, wie wir durch unser Kaufverhalten zur Bewahrung der Schöpfung beitragen können", appellierte sie. Viel zu sagen gäbe es zum transatlantischen Freihandelsabkommen. Hierzu soll eine eigene KAB-Veranstaltung stattfinden.
Einen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse des KAB-Ortsverbands gab Kassier Georg Nüchterlein, dem die Revisoren Adelbert Förtsch und Norbert Kreul eine einwandfreie Buchführung bescheinigten. Ehrenvorsitzende Christa Nüchterlein gab die Termine des Ortsverbandes für 2015 bekannt. Das 110-jährige Jubiläum wird am 7. Juni gefeiert - mit einem feierlichen Gottesdienst, einem geselligen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen im Gasthof Detsch sowie einer Andacht an der Marter im Garten des Gasthofs.
Es gibt Mitglieder, die der KAB schon lange die Treue halten: Marga Detsch gehört dem Ortsverband seit 60 Jahren an, Gertrud Heinlein sowie Marianne Welscher und Willy Welscher halten ihm seit jeweils vier Jahrzehnten die Treue. Marga Detsch trat am 1. Juli 1955 in den KAB-Ortsverband ein. Sie kam über ihre Schwiegermutter dazu, die selbst Mitglied war. Sie wie auch Gertrud Heinlein, die am 1. September 1975 beitrat, sind mit voller Überzeugung dabei. "Das ist ein christlicher Verein, deshalb unterstütze ich ihn gerne", betont Marga Detsch. Heinleins Ehemann war einige Zeit Vorsitzender des KAB-Ortsverbands und auch ihre Eltern waren Mitglied.
Auch sie schätzt an der KAB, dass sie sich für christliche Anliegen in der Politik und der Gesellschaft einbringe und für eine solidarische und gerechte Gesellschaft kämpfe. Im Ortsverband gefallen beiden auch der Zusammenhalt, der gesellige Teil und die gemeinsamen Aktivitäten. Heike Schülein