Diesmal hätte eine Fahrgelegenheit zur Verfügung gestanden, aber den Shuttle-Service, den die Gemeindeverwaltung im Vorfeld angeboten hatte, nutzte niemand. Die paar Besucher, die zur Jugendbürgerversammlung am Mittwochabend ins Gereuther Feuerwehrhaus gekommen waren, trotteten nach einer Stunde wieder gemütlich zu Fuß nach Hause.
Sie stammten alle aus dem Dorf selbst, andere Ortsteile waren nicht vertreten, sieht man von den Kindern des Jugendreferenten Martin Mölter (SPD) ab. Die Gereuther Jugendlichen hatten zuvor interessiert und artig die Ausführungen von Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) verfolgt und waren danach noch eigene Wünsche losgeworden.
Ein gemeinsames Interesse schälte sich beim Thema Mobilität heraus, wie es derzeit im Rathaus wie auch unter den Jungen diskutiert wird. Deren Fragestellung "Wir komm' ich am Wochenende nach Unterpreppach?", deckt sich aber nicht ganz mit den Ansätzen in der Gemeindeverwaltung. "Der Schülerverkehr klappt ja einigermaßen, ansonsten ist es aber beschwerlich, ohne Auto rumzukommen", gab der Bürgermeister zu. "Beim öffentlichen Nahverkehr sind wir schlecht aufgestellt." Für Fahrten am Wochenende nach Unterpreppach müsse man vorher anrufen und sich anmelden, aber selbst dieses Angebot werde nicht mehr so angenommen wie früher, wusste der Bürgermeister.
Wegen Verbesserungen setzt er auf Partner in der Rodachtal-Initiative und der Baunach-
Allianz, um beispielsweise mit einer Bürgerlinie besser nach Ebern zukommen. "Ab Ebern gibt's ja schon bessere Verbindungen." Was einer der anwesenden Schülerinnen wenig hülfe. "Nach Coburg komm ich aber trotzdem nicht." Überlegt werde, so der Bürgermeister, der Start eines Bürgerbusses, ebenso wie ein Netzwerk für Ehrenamtliche und die Jugendarbeit.
Ein Schmankerl für den Nachwuchs hatte der Bürgermeister auch parat: So liege die Internetquote im Gemeindegebiet zwischen 30 und 50 MBit, da über die SÜC die VDSL-Technik überall zur Verfügung stehe. "Das klappt doch mit dem Fernsehschauen oder dem Runterladen von Musik mittlerweile viel besser. Das merkt Ihr doch bestimmt auch", versetzte sich Dietz in die Rolle der Jugend - und schaute dabei voraus: "Noch besser wird's mit Glasfaseranschlüssen in jedes Haus. Aber das dauert noch a weng. Dazu brauchen wir aber erst einen Masterplan, der in Auftrag gegeben wurde."
Zur Jugendarbeit in der Gemeinde verwies der Bürgermeister auf das zweiwöchige Ferienprogramm ("Es kommen immer mehr") und auf das Ramba-Zamba-Musikfestival, dessen Organisatoren nun sogar einen Trägerverein gründen. "Die Gemeinde unterstützt das noch zwei Jahre lang." Zum Ferienprogramm sucht Martin Mölter noch Helfer, die für einen Einsatz auch "gar nicht so schlecht entlohnt werden". Eine erste Vorbesprechung findet am 13. Mai statt.
Seitens der Jugendlichen wurden als Wünsche neue Tornetze für den Bolzplatz gewünscht, der zur Überraschung des Bürgermeisters "echt gut genutzt wird", so ein Kicker. Dietz: "Wenn dem so ist, kümmer' ich mich schon morgen darum." Nicht ganz so spontan klang's beim Wunsch nach einem Klein-Bus für die Gereuther Jugendfeuerwehr. "In Untermerzbach und Memmelsdorf haben sich die Feuerwehrvereine selbst darum gekümmert. Aber wir werden eine Lösung finden."
Erfreut war er über die Nutzung der KOMM-Bücherei auch durch Jugendliche. Und Zeitung lesen sie auch: Nur so erfuhren sie von der Jugend-Bürgerversammlung, wie sie erzählten.