Die wichtigste Botschaft aus der Online-Jahreshauptversammlung des Musikvereins Marktleugast: Die 125-Jahr-Feier muss erneut verschoben werden und wird jetzt am 13., 14. und 15. Juni 2025 als 130-Jahr-Feier stattfinden. Vorsitzender Georg Purucker dazu: "Lieber ein Fest mit Vollgas als ein Fest mit angezogener Handbremse." Und Dirigent Peter Weiß ergänzte: "Wir müssen jetzt voll mit der ganzen Mannschaft und der ganzen Begeisterung unser 130. Jubiläum angehen."

Schriftführerin Juliane Meisel konnte rückwirkend aus dem Vereinsjahr 2020 noch von einer normalen und gewohnten Jahreshauptversammlung berichten, aber spätestens der Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden Georg Purucker für 2020 zeigte deutlich, mit welchen Schwierigkeiten die Musiker zu kämpfen hatten: "Wir versuchen wie viele andere Vereine das Beste aus dieser Situation zu machen, auch wenn wir manchmal von der Politik im Stich gelassen werden. Die großen Feste, die wir bislang wie das Josefs-Konzert gefeiert haben, wird es in dieser Form wahrscheinlich nicht mehr geben. Ich wäre sehr froh, wenn sich das eines Tages ändern würde, und ich nicht Recht behalten würde. Aber die Tatsachen zeigen gegenwärtig ein anderes Szenario auf."

Der jährliche Zuschuss der Marktgemeinde Marktleugast wurde in erster Linie für die Ausbildung der Jugendmusiker verwendet. Der Musikverein hat auch die über die finanzielle Unterstützung für ausgefallene Einnahmen bei Musik-Veranstaltungen vom Freistaat Bayern einen Zuschuss erhalten. Für den Antrag wurden Kosten von rund 15 000 Euro geltend gemacht.

Der Musikverein wurde für das Vereinsjahr 2020 vom Deutschen Musikbund durch eine Steuerkanzlei aus Bremen geprüft: "Die Prüfung ist über die Jahre 2017, 2018 und 2019 ergangen und wir bekamen bestätigt, dass wir ordentlich gearbeitet haben."

Fest steht jetzt schon, dass im laufenden Jahr keine großen Veranstaltungen des Musikvereins Marktleugast stattfinden, dazu zählt auch das Bierfest in Kulmbach. Es wird nur zu Biergarten-Auftritten im Bereich der Marktgemeinde Marktleugast kommen. Purucker: "Es wird also kein großes Fest geben, sondern mit den Biergarten-Auftritten wollen wir unsere Musikerinnen und Musiker mehr bei Laune halten, damit wieder einer Anreiz da ist und jeder seine Berufung weiß."

In Vorbereitung ist, wie Purucker weiter berichtete, ein "Bierfest-Light" im unteren Pausenhof der Schule. Die erforderlichen Hygienekonzepte wurden erarbeitet und mit Bürgermeister Franz Uome besprochen. Hier gelte es aber, die weiteren Entwicklungen der Pandemie abzuwarten. Außerdem ist auch ein Standkonzert am Altenheim für die Senioren geplant.

Bedauert wurde von Orchester-Dirigent Peter Weiß, dass die sechswöchige Vorbereitung für das Josefs-Konzert 2020 förmlich ins Wasser fiel. Was die Proben für 2021 angehe, prophezeite Weiß, dass noch strengere Sicherheitskonzepte greifen würden als bisher. Als einen gangbaren und fortschrittlichen Weg bezeichnete Weiß die Online-Proben und rief seine Musiker auf, der Musik treu zu bleiben. Für Pfingsten plant er auch ein kleines Online-Konzert.

Blasmusik-Dirigent Julian Will dankte der Familie Löffler für die Bereitstellung des Firmengeländes zu Musikproben im Freien: "Wir waren nicht untätig und viele neue Stücke, die wir geschenkt bekamen, wurden erarbeitet." Kristin Osinski berichtete für den Jugendvorstand.

Trotz fehlender Einnahmen verwies Schatzmeisterin Christine Löffler darauf, dass der Musikverein Marktleugast auch weiterhin auf "gesunden Beinen" stehe. Kassenprüfer Hubert Ott bescheinigte der Schatzmeisterin korrekte Kassenführung.

Bürgermeister Franz Uome (CSU) bot die Mitbenutzung des neuen Begegnungszentrums in der Kulmbacher Straße durch den Musikverein an.

Zweiter Vorsitzender Matthias Nitsch würdigte die Arbeit des Vorstands und der Ausschussmitglieder sowie der Dirigenten. Nitsch dankte auch allen Musikern, "dass sie in der schwierigen Zeit dem Musikverein weiterhin die Treue halten". Werner Reißaus