Tanja Rieger und Sandra Wolf vom Verein Oberfranken Offensiv haben im Wirtschaftsausschuss des Kreistags das Demographie-Kompetenzzentrum Oberfranken vorgestellt. Wir haben uns im Nachgang mit den beiden Frauen unterhalten.

Erklären Sie bitte unseren Lesern, was sie unter dem Projekt verstehen können und warum es in der Federführung von Oberfranken Offensiv liegt?
Sandra Wolf: Zunächst geht es uns darum, dem Begriff Demographie seine abstrakte Wirkung zu nehmen. Demographie steht lediglich für Bevölkerungswissenschaft, nicht mehr und nicht weniger. Wir werden älter als die Generationen vor uns. Das ist großartig! Für jeden einzelnen. Das und damit einhergehend die geburtenschwächeren Jahrgänge sorgen auch in Oberfranken für neue Strukturen. Bang werden muss es uns deswegen keineswegs. Oberfranken hat hervorragende Unternehmen, fantastische Landschaften, einzigartige Kulturschätze, sehr gute Anbindungen und in Kürze auch ein flächendeckendes schnelles Internet. All das gilt es weiter und kompakter zu nutzen. So vorteilhaft und unaufhaltsam die Globalisierung auch ist, so wichtig ist dennoch die regionale Verankerung. Hier will das Kompetenzzentrum unterstützen, Projekte initiieren, Menschen und Initiativen zusammenbringen und dabei den klassischen Kümmerer spielen. Oberfranken Offensiv ist für diese Rolle bestens aufgestellt und der ideale Player.

Welche konkrete Aufgaben sollen in dem Demographie-Kompetenzzentrum verwirklich werden?
Tanja Rieger: Wir sprechen flächendeckend in allen neun Landkreisen und vier kreisfreien Städten Oberfrankens mit den Menschen und den Entscheidungsträgern vor Ort. Parallel dazu werten wir eine große Fragebogenaktion aus, hier verzeichnen wir ein gewaltiges Feedback. Und wir veranstalten Workshops und künftig auch Exkursionen.
Es wird also verschiedene Aufgabenbereiche geben, welche Schwerpunkte haben diese?
Sandra Wolf: Zunächst müssen die vielen Inhalte auch erfasst und bewertet werden. Denn nur so lassen sich parallele Strukturen erkennen, Ziele formulieren und diese gemeinsam in einem Projekt auch erreichen. Im Fokus steht dabei auch, dass sich ein erfolgreiches Projekt auch an anderer Stelle in Oberfranken umsetzen lassen könnte. Selbstverständlich mit anderen Protagonisten und auf die jeweiligen besonderen lokalen Gegebenheiten abgestimmt, aber die Grundzüge sollten erkennbar sein. Daher geschieht unsere Arbeit auch nicht im stillen Kämmerlein, sondern wird transparent auf der Internetseite www.demographie-oberfranken.de aufgearbeitet.

Welche Zielgruppen hat das Kompetenzzentrum dabei im Auge und wann nimmt es seine Arbeit auf?
Tanja Rieger und Sanda Wolf: Die Arbeit hat längst begonnen. Wir sind mehr als ausgelastet - und voll motiviert. Wir möchten Oberfranken weiterhin absolut lebens- und liebenswert gestalten. Jetzt die Strukturen von morgen zu schaffen, dafür lohnt es sich, jeden Tag 110 Prozent zu geben.

Das Gespräch führte Werner
Reißaus.