Die Anklage liest sich wie eine Blaupause eines bereits vergangene Woche am Landgericht Nürnberg verhandelten Falls: In Erlangen wurden am 4. April eine große Menge Drogen sowie verschiedene Waffen in einer Privatwohnung gefunden - unter anderem eine Machete. Der 20-jährige Angeklagte wurde dafür zu fünf Jahren Jugendhaft verurteilt. Zudem wurde die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Nun ging es gestern um einen Fall, in dem die Polizei am 16. April in der Wohnung eines 41-Jährigen in Uehlfeld ebenfalls Amphetamin, Cannabis, Ecstasy und die Partydroge MDMA ausfindig machte. Offenbar baute der Dealer seine Ware zum Teil auch selbst an: Es fand sich eine Aufzuchtanlage mit insgesamt 79 Marihuanapflanzen sowie ein selbst gebauter Trockenschrank.

Zudem waren auch hier mehrere Waffen in der Wohnung. Besonders auffällig: Zwei Macheten! Dazu ein Baseballschläger und eine Schreckschusspistole samt Munition. 1000 Euro Bargeld - vermutlich aus Drogenverkäufen - fanden die Polizisten außerdem.

Gestern stand der 41-Jährige deshalb nun auch vor dem Oberlandesgericht. Das Urteil fiel wenig überraschend auch quasi gleichlautend aus: Schuldig des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln, mit Waffen in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Die Strafe: Fünfeinhalb Jahre Haft sowie die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt, um die Sucht in den Griff zu bekommen, wie Corinna Rathke von der Justizpressestelle auf Nachfrage erklärte. "Es gibt bislang jedoch keine Hinweise, dass diese beiden Fälle zusammenhängen."

Das Urteil ist rechtskräftig.