Noch unterrichtet die Professorin Janin Henkel-Oberländer ihre Studierenden online - aufgrund der Corona-Pandemie, aber auch, weil sie aktuell noch in Potsdam lebt. "Wir wollen für unsere Tochter das Ende des Schuljahres abwarten und im Sommer nach Kulmbach ziehen", erklärt die neue Inhaberin des Lehrstuhls "Biochemie der Ernährung" am Campus Kulmbach.

Studiert hat die 39-jährige Ernährungswissenschaften in Potsdam, promoviert hat sie in Pathobiochemie der Ernährung am Institut für Ernährungswissenschaft. "In dieser Disziplin beschäftigt man sich mit ernährungsabhängigen Erkrankungen auf Zell- und Organebene", erklärt sie.

Janin Henkel-Oberländer hat schon immer fasziniert, wie Ernährung und Gesundheit zusammenhängen, "welche Stellschrauben man drehen kann". Ihr Steckenpferd sind dabei die Lipide.

Viele spannende Fragen

"Wie wirken ungesättigte Fettsäuren? Sind sie wirklich so gut? Sind tierische Fette wirklich so schlecht? Oder kann man das gar nicht pauschal sagen?" Solche Themen beschäftigen die Professorin, die es spannend findet, die Auswirkungen von verschiedenen Ernährungsweisen und Ernährungstrends zu erforschen.

Insbesondere der interdisziplinäre Charakter am Kulmbacher Unicampus hat es ihr dabei angetan. "In Deutschland arbeitet kein Campus bislang so interdisziplinär."

Weiterhin findet sie es gut, nicht in die Fußstapfen eines anderen treten zu müssen, sondern "wir sind die ersten vor Ort und können aktiv mitgestalten, schließlich haben wir alle unsere Visionen."

Jetzt hofft sie, dass ihr Büro in Kulmbach bald bezugsfertig sein wird und sie ihre Zelte endgültig in der Bierstadt aufschlagen kann. "Für mich wird der Umzug kein Kulturschock im negativen Sinn sein", erklärt Janin Henkel-Oberländer. Sie stamme ursprünglich aus einem kleinen Dorf etwa 30 Kilometer von Potsdam entfernt und habe sich von Anfang an in Kulmbach wohl und willkommen gefühlt. "Wir wollen uns etwas Neues und Schönes aufbauen." Natürlich hoffe sie, in Kulmbach auch wieder mehr Zeit für ihr Hobby zu finden. Seit 30 Jahren spielt sie Akkordeon, vorwiegend klassische Stücke, bis vor kurzem war sie noch Mitglied in einem kleinen Kammerorchester. Außerdem geht sie gerne Essen und freut sich darauf, wenn die Coronabeschränkungen wieder fallen.

"Nicht ohne Schokolade"

"Ich esse gerne", sagt Henkel-Oberländer, die nach eigener Aussage noch nie eine Diät gemacht hat. Sie versuche ausgewogen zu essen und sich fit zu halten. "Und ich gebe zu: Ich könnte nicht ohne Schokolade."