Der Haushalt 2019 der Marktgemeinde Marktleugast setzt, wie Bürgermeister Franz Uome (CSU) betonte, auf Zukunftsinvestitionen und moderaten Schuldenabbau. "Wir dürfen uns nicht zurücklehnen, im Gegenteil. Es liegt noch eine Menge Arbeit vor uns, die angepackt werden muss, aber unsere gemeinsame Arbeit trägt Früchte. Ich freue mich auf eine weiterhin gute, gedeihliche Entwicklung unserer Heimatgemeinde." Mit dieser Feststellung legte Uome den Haushaltsentwurf zur Genehmigung vor, die einstimmig erfolgte.

Das Volumen des Haushalts beläuft sich auf knappe 9,1 Millionen Euro und schließt im Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben mit 6 034 520 Euro und im Vermögenshaushalt mit 3 053 900 Euro ab. Auch für 2019 ist keine Kreditaufnahme eingeplant.

Kämmerin Mandy Knarr erläuterte das Zahlenwerk und stellte dabei fest, dass sich die Haushaltskonsolidierung und der Schuldenabbau weiterhin positiv bemerkbar machen: "Die Haushaltslage hat sich in den letzten vier Jahren enorm verbessert. Um die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit und die Erfüllung der Pflichtaufgaben auch künftig gewährleisten zu können, sollte weiterhin am Konsolidierungswillen festgehalten werden."

Der Markt Marktleugast befindet sich seit 2014 in der Haushaltskonsolidierung. Uome: "Unser Weg der strikten Umsetzung des Konsolidierungskonzeptes wurde bisher mit 1,3 Millionen Euro vom Freistaat Bayern in Form von Stabilisierungshilfen honoriert. Nicht unerwähnt ließ der Bürgermeister auch die Unterstützung des Freistaates Bayern mit verschiedenen Förderprogrammen, wie das KIP, die Förderoffensive Nordostbayern und die Städtebauförderung. "Eine Förderung gibt es jedoch nur dann, wenn der Markt entsprechende Voraussetzungen schafft und die Finanzierung der notwendigen Eigenanteile aus eigener Kraft auch schultern kann", stellte das Gemeindeoberhaupt dazu fest.

Höchste Priorität habe jedoch die Erfüllung der Pflichtaufgaben wie Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Brandschutz, Unterhaltung des Straßennetzes, Schulen und Kinderbetreuung.

In den zurückliegenden vier Jahren konnte der Markt knapp 1,3 Millionen Schulden tilgen, das bedeutet einen Abbau um 41 Prozent auf nunmehr 1 789 134 Euro zum Jahresende 2018. Und das bei gleichzeitiger Durchführung großer, kostenintensiver Investitionen. Uome nannte hier unter anderem die Um- und Neugestaltung des "Radonplatzes, die energetische Sanierung des VG-Gebäudes mit der Schaffung eines barrierefreien Zugangs, den Anschluss von Baiersbach an die Wasserversorgung Marktleugast, die Druckleitung Neuensorg mit Anschluss an die Kläranlage Marienweiher, die weitere Erschließung des Baugebietes "Oberleugast II" und die Sanierung der Tiefbrunnen II und III. Bedauert wurde vom Bürgermeister der Einwohnerrückgang in den letzten zehn Jahren um acht Prozent. Eine Steigerung erfuhr dagegen die Steuerkraft um 13,3 Prozent.

Die Schwerpunkte der Investitionsmaßnahmen 2019 erstrecken sich auf fast alle kommunalen Aufgabenbereiche, wie Bürgermeister Uome ausführte und nannte hier den Stellplatz für die Feuerwehr Steinbach und das Dorfgemeinschaftshaus Steinbach. Weitere Maßnahmen sind die Sanierung des Spielplatzes am Kindergarten "Arche Noah", die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für den Winterdienst, die Gestaltung des Floriansplatzes in der Ortsmitte von Marktleugast, das Projekt Antoniusplatz, den weiteren Breitbandausbau und die Digitalisierung der Schule. Schließlich soll in diesem Haushaltsjahr das Baugebiet "Oberleugast II" mit dem Höhenweg erneut erweitert werden, weitere Mittel werden auch in die Sanierung des Tiefbrunnens III fließen.

Einen kurzen Ausblick nahm Bürgermeister Franz Uome noch auf die Investitionsmaßnahmen für 2020 vor. Hier steht die Schaffung von Bauplätzen in Hohenberg an erster Stelle. Unterstützen wird der Markt Marktleugast auch das Pilger- und Begegnungszentrum Marienweiher, und größere Investitionen sind außerdem in den Feuerschutz mit neuen Fahrzeugen für die Feuerwehren von Mannsflur und Marktleugast vorgesehen.

Für die CSU-Fraktion nahm Daniel Schramm Stellung zum Haushalt: "Bereits das dritte Jahr in Folge kann die Gemeinde Marktleugast mit einem riesigen Haushaltsvolumen von rund 9 Millionen Euro planen. Mit dem Haushalt 2019 wird der sehr gute Weg der vergangenen Jahre fortgesetzt."

Michael Schramm kam für die Freien Wähler und FWN zu folgendem Fazit: "Marktleugast ist nicht etwa eine tote Gemeinde im Oberland. Längst aufgegeben und vergessen. Wir möchten unser Geschick weiterhin selbst bestimmen. Deshalb ist es nicht nur unser Wille, sondern sogar unsere Pflicht, in unsere Strukturen zu investieren."

Marco Rödel sprach für die WGM von einem ausgewogenen und transparenten Haushalt: "Als positiver Erfolg ist für uns die Entwicklung der Planung der Kulmbacher Straße 7 anzusehen. Hier liegt mittlerweile ein brauchbares Konzept vor."

Schließlich stellte Clemens Friedrich für die HGB fest, dass die Marktgemeinde Marktleugast auf einem guten Weg ist, zumal auch die Schulden abgebaut werden konnten.