Auf kleinstem Raum ist Platz für Blumen und Bienen. Kreisbäuerin Heidi Bauersachs ruft zur insektenfreundlichen Gestaltung von Balkonen und Gärten im Coburger Land auf. Doch nicht alles, was blüht, ist auch gut für Insekten.
Bei den Bäuerinnen haben schön gestaltete Balkonkästen oder Bauerngärten mit insektenfreundlichen Blumen oder Kräutern Tradition, sagt Coburgs Kreisbäuerin Heidi Bauersachs. Sie gibt Tipps und Anregungen, wie jeder Einzelne in der jetzt beginnenden Saat- und Pflanzzeit seinen Balkon oder Garten insektenfreundlich gestalten kann.
Wichtig ist ihr dabei, dass Blüte nicht gleich Blüte ist. Wer den Insekten helfen will, sollte gut überlegen, was er pflanzt. Bienen und andere bestäubende Insekten wie Fliegen, Wespen oder Käfer lieben ungefüllte Blüten, weiß Heidi Bauersachs. Hier ist der Weg zum nahrhaften Nektar frei.
Blühende Mogelpackungen
Bei gefüllten Blüten hingegen ist dieser Weg durch viele gezüchtete Blütenblätter versperrt. "Sie sind daher für Bienen reine Mogelpackungen", betont die Kreisbäuerin. Außerdem haben gefüllte Blüten nur wenige bis gar keine Staubgefäße - hier ist für Bienen nichts zu holen.
Gefüllte Blüten findet man bei Chrysanthemen, Dahlien, Astern, Rosen, Akelei, Nelken, Kamelien, Pfingstrosen, aber auch bei vielen anderen Arten. Sie sind nicht gut als Insektenweide geeignet. "Mein Tipp: Wer auf diese Blüten in seinem Garten nicht verzichten will, sollte auf Vielfalt setzen und versuchen, auch die ungefüllten Alternativen anzubieten, wie Wildrose, Fächerblume, Kapuzinerkresse, Verbene, Glockenblume, Wandelröschen, Löwenmäulchen oder duftenden Lavendel. Viele davon eignen sich für den Balkonkasten", sagt Heidi Bauersachs.
Auch gut für die Küche
Unterschiedliche Thymiansorten, verschiedenfarbige Salbeiarten, sonnenhungriger Basilikum, Rosmarin, Schnittlauch, aber auch Zitronenmelisse sind eine Bereicherung für die Küche, findet die Kreisbäuerin. "Wie auch Minzearten, Ysop oder Bohnenkraut laden all diese Kräuter - wenn sie blühen - vielerlei Insekten ein, auch wenn sie in Kästen auf dem Balkon oder der Terrasse gepflanzt sind", sagt Heidi Bauersachs. Wenn Kräuter blühen, verlieren sie einen Teil ihres wertvollen Aromas. Auch dafür hat die Kreisbäuerin einen Tipp. "Lassen Sie einen Teil der Kräuter wachsen und ernten einen anderen Teil regelmäßig ab. So haben alle Interessenten etwas davon."
Essbare Blüten sehen schön aus und schmecken auch Bienen und Hummeln. Für den Balkonkasten oder Pflanzkübel eignen sich Kapuzinerkresse oder Ringelblume. Auch viele Erdbeersorten gedeihen gut auf Balkon und Terrasse und bieten Bienen Futter.
Um die Zeit zu verlängern, in der immer etwas blüht, empfiehlt die Kreisbäuerin: "Säen Sie Wildblumen-Mischungen zeitlich gestaffelt aus, also im Abstand von einigen Wochen. So verlängern Sie die Blütezeit und erhöhen die Menge an Blüten." Gärten, die mehr oder weniger komplett gepflastert oder anders versiegelt sind, wollen inzwischen viele Kommunen nicht mehr erlauben.