Die Senioren in Stockheim wollen ihre Gemeinde mitgestalten und dazu mehr Gehör im Ratsgremium finden. Eine Seniorenvertretung ist in Stockheim schon seit Juni 2016 im Gespräch, als der damalige Gemeinderat Joachim Beetz einen Seniorenbeauftragten anregte. Damals hatte sich, nach einem Aufruf im Gemeindeblatt, niemand gemeldet. Seither flammte immer wieder mal die Debatte auf.

In der Julisitzung des Gemeinderates brachte der 83-jährige Hans Parnickel aus Burggrub erneut einen Vorschlag ein, einen Seniorenbeauftragten in der Gemeinde zu ernennen. Diesmal sprachen der Bürgermeister und Hans Parnickel mehrere Senioren aus allen Gemeindeteilen persönlich an. Zu einem ersten Gespräch zur Errichtung eines Arbeitskreises hatte der Rathauschef nun ins Rathaus eingeladen.

In dieser ersten Zusammenkunft wurde ein reger Meinungsaustausch gepflegt. Bürgermeister Detsch begrüßte die Initiative von Hans Parnickel zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft. Er konnte engagierte Frauen und Männer begrüßen, die schon viel in der Gemeinde auf Vereins- und kirchlicher Ebene bewegen: Edmund Sprenger (Neukenroth), Maria Berberich (Wolfersdorf), Veronika Buckreus (Reitsch), Hans- Dieter Klinger (Haig), Reiner Rosenbauer (Burggrub), Gerd Fleischmann (Stockheim), Erika Klinger (Haßlach), Hans Parnickel (Burggrub), Rainer Kraus (Stockheim). Interesse bekundeten außerdem auch Elisabeth Baierlein und Silvia Weißbach, die beide zu diesem Treffen nicht anwesend sein konnten.

"Es ist immer gut, wenn sich Menschen bereiterklären, sich für die Belange der Gemeinschaft einsetzen zu wollen", so Bürgermeister Detsch. Die Gemeinde zeige starke Präsenz in allen Bevölkerungsteilen, pflege insbesondere auch gute Kontakte zu bereits bestehenden Seniorengruppen. Er besuche regelmäßige Treffen mit Senioren und habe auch bei Besuchen von Jubiläen, runden Geburtstagen und Familienfesten stets ein offenes Ohr für Seniorenbelange, so Detsch. Dabei nehme er viele Anregungen und Wünsche von Senioren mit.

Niederschwellige Angebote der Kontaktaufnahme mit der Gemeinde seien dennoch immer zu begrüßen. So sei es besonders erfreulich, dass sich Bürger aus allen sieben Dörfern der Großgemeinde gefunden haben. Alle sind in ihren Orten bekannt, seit Jahren schon äußerst engagiert und gut vernetzt, natürlich auch mit dem Bürgermeister und der Gemeindeverwaltung. So freut sich Detsch über die zukünftige Unterstützung und sieht einen großen Mehrwert für die kommunale Familie, der von der Gründung der Seniorengemeinschaft ausgehen kann.

Laut Rückfrage beim Bürgermeister beträgt der Anteil an Senioren (ab 65. Lebensjahr) etwa 20 Prozent an der Gesamteinwohnerzahl von derzeit rund 5000 Einwohnern in Stockheim.

Der Initiator Hans Parnickel stellte sein Anliegen und seine Vorstellungen im Detail vor. Aber auch die persönliche Vorstellung der weiteren Interessenten zeigten auf, dass es durchaus Defizite aus Sicht von Senioren in einzelnen Gemeindeteilen gibt, die man auch ohne große Investition verbessern oder abstellen kann. Aber auch um das Fehlen sozialer Kontakte nach Erreichen des Rentenalters sollte sich gekümmert werden. Und: "Senioren wollen nicht nur verwaltet werden, sondern sie wollen auch gestalten", so Parnickel über seine Intention der Initiative. Wenn ein Senior ins Rentenalter kommt, beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der durchaus noch 20 bis 30 Jahre währen kann. Auch in dieser Zeit wollen Senioren aktiv am gesellschaftlichen und öffentlichen Leben teilhaben.

Parnickel zählte eine ganze Reihe von Möglichkeiten auf, das Leben für die Senioren noch attraktiver und angenehmer in ihrer Heimat zu gestalten.

Rainer Kraus brachte es auf den Punkt: "Ich bin elektrisiert gewesen von der Idee und finde es faszinierend, wenn sich mehrere Senioren ihre Gedanken machen und diese gebündelt im Gemeinderatsgremium oder beim Bürgermeister vorbringen." Er könne sich vorstellen, dass dies dem Anliegen mehr Gewicht verleiht, als wenn täglich ein anderer Senior mit Wünschen beim Bürgermeister im Amtszimmer vorstellig wird. Man einigte sich schließlich auf einen weiteren Termin am Mittwoch, 14. Oktober, im Rathaus zu einer weiteren Aussprache über Organisatorisches, Namensgebung, Regelmäßigkeit von Treffen, Aufgabenstellung und -verteilung. eh