"Wir sind die Rupprechtschule, wir geh'n durch dick und dünn". Diesem Motto aus dem Lied der Rupprechtschulkinder fühlt sich insbesondere auch der Förderverein Rupprechtschule e.V. verpflichtet. Er leistet seit 18 Jahren notwendige finanzielle Unterstützung. Bei der Jahreshauptversammlung im virtuellem Format wurde der bisherige Vorstand entlastet und in gleicher Zusammensetzung wiedergewählt. Zudem wurde die Lage der Schule während der Corona-Krise diskutiert, die besondere Schwierigkeiten auch auf finanzieller Ebene mit sich bringt.

So muss die Rupprechtschule als größte Grundschule Bambergs mit insgesamt 293 Schülern und 14 Klassen nun erforderlich gewordene technische Hilfsmittel wegen der hohen Anzahl an Klassenräumen stets in größeren Menge anschaffen. Die von der Stadt zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel reichen angesichts der angespannten Haushaltslage in der Krise zur Finanzierung oft nicht aus. Da die Kinder aufgrund der Abstandsregelungen ihre Plätze nicht mehr verlassen dürfen und deshalb nicht zur Lehrkraft gehen können, um Unterlagen einzusehen, werden akut Dokumentenkameras und Beamer in allen Klassenzimmern der Rupprechtschule benötigt. Da reicht es auch nicht aus, dass die Rektorin der Schule Ulrike Weiß und das Lehrerkollegium der Rupprechtschule die Corona-Prämien, die sie persönlich für besondere Leistungen während der Pandemie erhalten sollten, für Digitalisierung an der Schule zur Verfügung gestellt haben. Deshalb haben die Mitglieder des Fördervereins der Rupprechtschule in ihrer Jahreshauptversammlung beschlossen, die Kosten für die noch fehlende technische Mindestausstattung zu übernehmen.

Ein weiteres drängendes Problem stellen fehlende Schallschutzmaßnahmen dar. Die hohen Räume des Altbaus schaffen Bedingungen, unter denen Kinder, die in der letzten Reihe sitzen, die Lehrkräfte vorne kaum verstehen können. Diese Problematik wird durch die bestehende Maskenpflicht zusätzlich verschärft. "Hinzu kommt, dass wir mit knapp 49 Prozent einen sehr hohen Migrationsanteil an der Schule haben. Für eine gute Integration ist die Kenntnis der deutschen Sprache von enormer Wichtigkeit. Deshalb sind gute Schallbedingungen für Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, zentral, damit sie die Endungen der deutschen Wörter gut verstehen und damit auch erlernen können", erläutert Susanne Schümann, Lehrerin an der Rupprechtschule und Beisitzerin im Vorstand des Fördervereins.

Die Stadt stellt für alle Schulen jährlich eine feste Summe für Schallschutz zur Verfügung. "Die Summe reicht gerade aus, um ein Klassenzimmer zu Dreiviertel mit Schallschutzplatten auszustatten - und das auch nur, weil unser Hausmeister die Platten selbst anbringt. Sie können sich vorstellen, wie lange es dauern wird, um die gesamte Schule mit Schallschutz auszustatten! In diesem Jahr hatten wir Glück, weil der Topf nicht ganz ausgeschöpft wurde und wir das übrig gebliebene Geld abfragen konnten. Deshalb können wir nun eineinhalb Klassenzimmer bestücken", so Schümann.

Die Mitgliederversammlung des Fördervereins hat nun entschieden, in diesem Jahr die Finanzierungslücke für den vollen Schallschutz des zweiten Klassenzimmers zu schließen. "Wir sind froh, dass wir in den letzten Jahren so vorausschauend gehandelt haben. Durch unsere Rücklagen ist es uns möglich, in dieser schwierigen Situation auch preisintensivere Investitionen zu tätigen und die notwendige Unterstützung zu leisten!", erklärt die Schatzmeisterin des Fördervereins, Sabine Anstötz-Dietz. red