"Als die Anfrage vom Roten Kreuz kam, ob wir unsere Turnhalle für einen Blutspende-Termin zur Verfügung stellen, haben wir spontan zugestimmt, da wir ja gewillt sind, soziale Maßnahmen immer zu unterstützen. Das Ganze geschieht selbstverständlich unentgeltlich", erläutert der Vorsitzende des Turnvereins Michelau, Clemens Weisser. Es geht um den öffentlichen Blutspendetermin am Freitagabend in der Michelauer Angerturnhalle. Über das Entgegenkommen des TVM freut sich auch Alfons Lindenblatt vom BRK, der in Vertretung des Gebietsreferenten Dieter Popp die Aktion in Michelau leitet.

Beim Betreten bietet die Halle ein völlig verändertes Bild. Große Pappwände gliedern den Raum, Hinweispfeile markieren den Weg hoch zur Galerie, wo die Spendenwilligen namentlich erfasst und auf ihren Gesundheitszustand hin befragt werden. Konsequent wird dabei auf eine Einbahnstraßenregelung ohne Begegnungsverkehr geachtet. Der Blick von der Galerie in den Turnhallensaal offenbart, wie großzügig die Abstände eingehalten werden, die zwischen den einzelnen Blutspendern untereinander und zu den Helfern des BRK nötig sind.

"Wir sind dankbar dafür, weil die große Turnhalle die Einhaltung der medizinischen Vorgaben erleichtert", so Alfons Lindenblatt vom Roten Kreuz. Im Gemeindezentrum, wo sonst die Blutspenden stattfinden, hätte man diese Vorgaben nicht einhalten können.

Blutspenden dringend benötigt

Auch in Zeiten des neuartigen Coronavirus (Covid-19) ebenso wie während einer Grippewelle oder bei grassierenden Erkältungen benötigen die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes und des Bayerischen Roten Kreuzes dringend Blutspenden, damit die Patienten weiterhin sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden können. Wer gesund und fit ist, kann Blut spenden. Eine einzige Blutspende kann bis zu drei Leben retten.

Wie vom DRK-Pressesprecher Patric Nohe zu erfahren war, werden die aktuellen Blutspenden nicht auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen Covid-19 untersucht, weil es keinerlei Hinweise gibt, dass das Virus durch Blut oder Blutprodukte übertragen wird. Das hat auch das Robert-Koch-Institut bestätigt. Der normale Infektionsweg läuft über die Schleimhäute aufgrund einer Tröpfcheninfektion.

Jeder, der darauf angewiesen ist, kann also weiterhin als Empfänger Blut gespendet bekommen. Der Spender erfährt umgekehrt aber auch nicht, ob in seinem Blut Antikörper gegen das Virus enthalten sind. Verständlicherweise ist das Rote Kreuz nicht an Blutspendern interessiert, die aufgrund irgendwelcher Symptome vermuten, sie könnten sich mit Covid-19 infiziert haben, und hoffen, dies durch eine Blutspende abklären zu können. (Anmerkung der Redaktion: Wer möchte, kann sich allerdings nach einer Blutentnahme beim Hausarzt auf eigene Kosten testen lassen.)

"Blutspenden liegt glücklicherweise voll im Trend. Wir brauchen eine neue Generation an Spendern, weil wir mittelfristig vor der großen Herausforderung des demografischen Wandels stehen. Deshalb ist es wichtig, dass zunehmend junge Menschen zum Blutspenden kommen", so Patric Nohe.

Nach überstandener Infektion haben inzwischen einige Menschen Antikörper gegen Covid-19 gebildet. Ein Therapieansatz, der inzwischen von verschiedenen Instituten in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz verfolgt wird, sieht vor, diese Antikörper aus dem Blutplasma der wieder genesenen Menschen zu gewinnen, um sie bei Erkrankten gegen das Virus einzusetzen. In welcher Form und in welchem Umfang dies möglich sein wird, darüber kann man im Moment noch keine verlässlichen Aussagen machen.