Er gilt als "Mister Tischtennis" schlechthin, wird von allen nur "hg" gerufen und hat sich große Verdienste Horst-Günter Ziegler. Er organisierte vieler Veranstaltungen gemacht. Auch mit den Tischtennis-mini-Meisterschaften, einer bundesweiten Nachwuchswerbeaktion, ist sein Name untrennbar verbunden. Ziegler hat dazu beigetragen, dass sich die mini-Meisterschaften seit ihrer Premiere 1983 zur Erfolgsstory gemausert haben.

Erst Fußballer, dann Tischtennis

Horst-Günter Ziegler, inzwischen 83 Jahre alt, ist geistig fit. Der Tischtennissport hält ihn jung. In Essen erblickte er das Licht der Welt; ab 1945 wuchs er in Ostheim auf. Seine ersten Erfahrungen mit dem Tischtennis machte er 1955 beim neu gegründeten TTC Ostheim. Eigentlich aber war er Fußballer, kickte von 1959 bis 1964 in der 1. Kreisliga beim TSV Ostheim, wo er im Mittelfeld und Sturm eingesetzt wurde. Ab 1964 spielte er Fußball in der Bezirksligareserve des TSV Maßbach. Nach dem Training sah er in der Halle des TSV beim Tischtennis zu und erkannte: "Mit denen kann ich mithalten." Prompt schloss er sich 1968 der neugegründeten Tischtennisabteilung des TSV an. Dort fungierte er als Abteilungsleiter, machte seinen Trainerschein und betreute zehn Nachwuchsmannschaften. Bis 1977 blieb er beim TSV Maßbach, ehe er nach Bad Kissingen umzog. Fortan schlug er für den SV Garitz auf, dann beim TSV Arnshausen. Er galt als Abwehrspieler.

Als Funktionär fungierte Ziegler auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene und erhielt 2018 mit dem Michael-Esterl-Gedächtnispreis die höchste Auszeichnung des bayerischen Tischtennisverbandes. Zwei Jahre zuvor hatte er sein letztes aktives Spiel bei den Kreismeisterschaften bestritten, wo er den Titel im Doppel errang.

Das Spielen im Doppel bezeichnet er als seine große Stärke. 2016 hörte er aus gesundheitlichen Gründen mit dem Tischtennis auf. Seit Jahrzehnten organisiert er die mini-Meisterschaften auf Orts-, Kreis-, Bezirks- und Landesebene. Diese Veranstaltung, so Ziegler, seien die Zukunft der Tischtennisvereine. Dadurch versuche man die Jugend, an die Vereine zu binden. "Wenn ich gebraucht werde, mache ich weiter", steht Ziegler auch künftig den mini-Meisterschaften zur Verfügung. Er ist seit 2018 Ehrenkreisvorsitzender im Kreis Rhön, der mittlerweile im Bezirk Unterfranken-Nord aufgegangen ist, und betont lachend: "Ich habe zwar keinen Posten im neuen Bezirk, nur die Arbeit."

Tischtennis könne man bis ins hohe Alter spielen. Horst-Günter Ziegler ist hierfür das beste Beispiel. Zudem sei man nicht den Unbilden der Natur ausgesetzt. Was nach seiner Meinung einen guten Spieler ausmacht? Zum einen das Koordinations- und Reaktionsvermögen, zum anderen die Fähigkeit zum Antizipieren und die Kondition. Den Fußball könne man nicht mit dem Tischtennis vergleichen, sagt Ziegler. Beim Kicken spiele vor allem der körperliche Aspekt eine größere Rolle.

Ziegler, der Lehramt für Grund- und Hauptschule in Würzburg und Nürnberg studierte, ist verwitwet, hat einen Sohn und wohnt seit 2020 in der Seniorenanlage Rosenhof in Bad Kissingen. Er besucht regelmäßig die Heimspiele des Bundesligisten TSV Bad Königshofen. Diese seien ein Aushängeschild für die Region, auf das man stolz sein könne.